120 Haushalte kaufen regelmäßig in der Salzwedeler Ausgabestelle ein / Sinkende Zahlen in Klötze

Tafel hat ihren Kundenstamm

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Helferinnen bereiten die Ausgabe der Salzwedeler Tafel vor. Rund 120 Haushalte kaufen regelmäßig an der Schillerstraße ein. 1,90 Euro pro Person berechnet die Organisation pro Einkauf.

Salzwedel / Klötze. Die Außenstelle der Salzwedeler Tafel in Klötze verzeichnet im ersten Quartal einen signifikanten Rückgang der Kundschaft, berichtet deren Leiter Eberhard Boxhammer. Kamen im gleichen Quartal des Vorjahres noch regelmäßig 60 Bedürftige, so waren es in den ersten drei Monaten dieses Jahres nur noch die Hälfte.

Das ist völlig gegen den deutschlandweiten Trend, bei dem die Tafeln immer mehr Zulauf bekommen.

Stabil ist die Situation hingegen bei der Ausgabestelle der Salzwedeler Tafel an der Schillerstraße. „Wir haben nach wie vor rund 120 Haushalte in unserer Kartei“, berichtet Diakonie-Geschäftsführerin Susanne Pfaffelhuber. Die Wohlfahrtsorganisation ist Trägerin der Salzwedeler Tafel. „Mal sind es ein paar mehr, mal ein paar weniger“, sagt Helmut Harzer. Er managt das operative Geschäft an der Schillerstraße. Dass es ausgerechnet in Klötze runtergegangen ist, könnte etwas mit der Infrastruktur dort und mit der Nähe zur VW-Stadt Wolfsburg zu tun haben, mutmaßt Pfaffelhuber. „Möglicherweise haben einige Klötzer dort wieder einen Arbeitsplatz. Vielleicht auch bei Volkswagen.“ Dass es in Klötze aktuell weniger Tafelkunden gibt, freut die Diakonie-Chefin. Sie sagt aber auch: „Noch ist die Hilfe der Tafel dort erforderlich.“ Wenn die Zahlen weiter sinken, müsse man sehen.

Für Salzwedel indes sei das erst einmal nicht abzusehen, meint Harzer. Er und sein Team bereiteten sich auf die Ausgabe im alten Konsum vor. Die abgepackten Lebensmittel wurden einsortiert. Obst und Gemüse verlesen. 20 bis 25 Ehrenamtliche sind bei der Tafel regelmäßig aktiv. Mehr als eine Tonne Nahrungsmittel werden wöchentlich umgeschlagen. 1,90 Euro zahlt der Kunde pro Einkauf bei der Tafel. Von der Zentrale an der Schillerstraße werden auch die Zweigstellen in Klötze und Gardelegen beliefert „Wir holen die Lebensmittel täglich bei allen Supermärkten in Salzwedel ab. Die Kaufhallen melden sich, wenn sie etwas für uns haben“, sagt Harzer. Zwei Transporter mit Kühlung sind für die Organisation unterwegs. Der Nachschub funktioniere.

Probleme gab es vor rund anderthalb Jahren, als mehr oder weniger auf einmal viele Flüchtlinge bei der Tafel anstanden. „Da wurden auch schon mal die Frauen beiseitegeschoben“, erinnert sich Susanne Pfaffelhuber. „Ich hatte an unserem damaligen Standort an der Neutorstraße schon mal bis zu vier Männer angeheuert, die für Ordnung sorgten“, so die Geschäftsführerin. Seit zwei Dolmetscher engagiert sind, seien die Ausgabetermine wieder stressfrei.

Von Jens Schopp

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