1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Salzwedel

Szenetreff in der Salzwedeler Kultur-Nische heißt alle willkommen

Erstellt:

Von: Armon Böhm

Kommentare

Yulian Ide und Robert Drews vom Szenetreff
Yulian Ide (l.) und Robert Drews lernten sich auf dem diesjährigen Christopher-Street-Day in Salzwedel kennen. Nun sind sie die Gründer des Szenetreffs in der Kultur-Nische – ein sicherer Hafen für queere Menschen. © Böhm, Armon

Die queere Szene in Salzwedel hat nun einen neuen sicheren Hafen in der Kultur-Nische. Mit regelmäßigen Treffen können sich queere Menschen nun kennenlernen und austauschen. Aber was heißt es eigentlich, queer zu sein?

Salzwedel – Queere Menschen in und um Salzwedel haben einen neuen sicheren Hafen: den Szenetreff in der Kultur-Nische. Im Oktober kamen sie erstmals mit etwa 30 Leuten zusammen, und am vergangenen Mittwoch ging es in kleinerer Runde weiter. Die beiden Gründer und Mitglieder im Verein der Kultur-Nische, Yulian Ide und Robert Drews, stellten die Idee hinter dem Szenetreff sowie ihre weiteren Pläne vor. Doch was bedeutet es denn überhaupt, queer zu sein?

Das aus dem Englischen stammende Wort queer beschreibt Personen, Handlungen oder Dinge, die von der heterosexuellen und / oder cis-geschlechtlichen Norm, sprich der Übereinstimmung des Geburtsgeschlechts mit der Geschlechtsidentität sowie das romantische und sexuelle Interesse am jeweils anderen Geschlecht, abweichen. Queere Menschen sind also beispielsweise homosexuell, bisexuell, transgender oder auch intersexuell.

Die Entstehung

Genau diese Menschen sollen nun mit dem Szenetreff einen Bezugsort haben, wo sie andere Personen der queeren Szene kennenlernen und sich mit diesen austauschen können. Als Yulian Ide und Robert Drews sich auf dem diesjährigen Christopher-Street-Day (eine weltweite Demonstration für die Rechte queerer Menschen) in Salzwedel kennenlernten, habe man nämlich gemeinsam festgestellt, dass ein solcher Ort in der Stadt fehle.

Dass sie sich damit in gewisser Weise irrten, mussten sie aufgrund von Kritik nach dem ersten Treffen feststellen. So biete beispielsweise das Autonome Zentrum einen solchen Ort. Die beiden Gründer bleiben jedoch dabei: „Etwas so Öffentliches und frei Zugängliches wie den Szenetreff hat es bisher nicht gegeben.“ Jeder sei bei den regelmäßigen Treffen an jedem ersten Mittwoch des Monats willkommen.

Zukunftspläne

Was sich genau aus dem Szenetreff entwickelt, sei ebenfalls offen. Es liege am Wunsch der teilnehmenden Personen. „Ich will euch nicht meine Ideen aufzwingen, sondern machen, was ihr euch wünscht“, sagte Ide beim zweiten Treffen. Vorschläge gab es bereits viele – von Kunst über Beratung bis hin zu Feiern. Auch der Raum muss noch gestaltet werden. Für die Wände wurde bereits die queere Illustratorin Anne Schäfer angeheuert.

Auch interessant

Kommentare