Stadt will drei marode Pisten auf einen Streich sanieren

Südbockhorn, Altperver- und Burgstraße: Haushaltslage unübersichtlich – Baubeginn noch offen

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Keine Frage – der Südbockhorn ist eine der Salzwedeler Pisten, die eine Sanierung am Nötigsten haben.

Salzwedel. In der alten Hansestadt sollen im nächsten Jahr drei große Bauprojekte starten. Wenn sie denn starten, denn mit dem grundhaften Ausbau der Altperverstraße zwischen Chüdenwall und Perver-Kreisel sollte eigentlich schon begonnen worden sein.

Wird aber nicht mehr, denn es sind noch keine Ausschreibungen raus, wie Bauamtsleiterin Martyna Hartwich im jüngsten Bauausschuss durchblicken ließ.

So ist mit offener Wetterlage ab Frühjahr neben dem Altperverstraßenausbau mit zwei weiteren Projekten zu rechnen. Die Burgstraße soll zwischen Amtsgerichtskreuzung und Fußgängerzone ausgebaut werden. Und auch der Südbockhorn steht auf dem Plan der städtischen Bauvorhaben. Alle drei Maßnahmen – vor allem zusammen – dürften im innerstädtischen Verkehr für Wirbel sorgen.

„Jeder Meter kann dort anders sein“

An der Einmündung der Straße Vor dem Neuperver Tor soll die Altperverstraße eingeengt werden. Das Pflaster soll weg.

Im Einzelnen: Die Altperverstraße schlägt mit rund einer Million Euro zu Buche. Davon übernimmt der Altmarkkreis 427.500 Euro. Diese Mittel kommen aus dem sogenannten Entflechtungstopf des Bundes und wurden vom Kreistag bereits freigegeben. Die Anlieger auf dem 370 Meter langen Bauabschnitt zwischen der Einmündung Chüdenwall und dem Perver-Kreisel sind bereits im September unterrichtet worden (wir berichteten). Da es sich um eine „Straße des innerörtlichen Verkehrs“ handelt, sind die Anlieger mit 40 Prozent für die Straße sowie 60 Prozent für Gehwege und Beleuchtung dabei. Die Stadt will zudem eine 50-prozentige Vorausleistung erheben.

Außerdem werde der Ausbau der Altperverstraße nicht ganz unproblematisch sein. „Jeder Meter kann dort anders sein“, weiß Bauamtsleiterin Martyna Hartwich. Zu dieser Einschätzung kamen Fachleute nach Baugrunduntersuchungen. Deshalb ist ein teilweiser Bodenaustausch vorgesehen, der bis in eine Tiefe von 2,70 Meter geplant ist. Die Bauzeit wurde mit einem halben Jahr sehr knapp veranschlagt. Danach könnte, wenn das Vorhaben pünktlich startet, das Wetter mitspielt und alles nach Plan läuft, die Altperverstraße im Herbst nächsten Jahres fertig sein.

Zum Südbockhorn: Ein Baustart steht noch nicht fest. Ähnlich wie bei der Altperverstraße springt auch dort der Kreis mit Entflechtungsmitteln bei. Und beteiligt sich mit 645.750 Euro an dem insgesamt 1,6 Millionen Euro teuren Projekt. Die ausgereichten Entflechtungsmittel müssen bis 2020 verbaut und abgerechnet werden, denn dann endet das Mehrjahresprogramm. Mit einer Neuauflage wird jedoch gerechnet.

Mit Fördermitteln und Sperrvermerk

Die Burgstraße: Das Wasser bringt die Baumängel auf dem befahrbaren Abschnitt noch krasser ans Licht.

Zur Burgstraße: Der Abschnitt zwischen Amtsgerichtskreuzung und Eingang Fußgängerzone sollte eigentlich schon begonnen sein. Geht aber nicht. Denn noch steht dort das Baugerüst für die Dacharbeiten am Amtsgericht. Auch diese sollten schon längst über die Bühne gegangen sein, verzögern sich immer wieder.

Der Straßenabschnitt selbst wurde Mitte des Jahres schon einmal grauenvoll geflickt und hat seit Jahren eine Grundsanierung mehr als nötig. Die Arbeiten dafür sind mit 440.000 Euro veranschlagt und sollen aus dem Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ gefördert werden. Heißt: Die Stadt muss ein Drittel der Summe aufbringen. Bleibt zu hoffen, dass der Bau, wenn er denn beginnt, recht zügig über die Bühne geht. Denn für die dort ansässigen Händler wird diese Zeit ein hartes Brot.

Alle drei Baustellen – Südbockhorn, Altperver- und Burgstraße – sind im Haushalt 2018 und der Vorausschau auf die Folgejahre verankert. Mit Sperrvermerk. Das bedeutet, dass die Maßnahmen nur umgesetzt werden, wenn Fördermittel fließen.

Doch der Haushalt 2019 steht nicht nur auf wackeligen Füßen, sondern noch gar nicht. Der Stadt fehlen die Eckdaten wie die Höhe der Kreisumlage. Und das ist der dickste Fisch im Stadtetat. Unklar auch ist auch noch die Höhe der Kosten für die Unterkunft der Flüchtlinge. Dazu muss ein Drittel für Maßnahmen nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz berappt werden. Dort sind die Kosten um 455 Prozent gestiegen, berichtete Bürgermeisterin Sabine Blümel unlängst.

Trockenes Wetter und trockene Tücher

Offen sind auch noch die Aufwendungen des neuen Brandschutzbedarfsplanes sowie die Fördermittelanträge für das Werner-Seelenbinder-Stadion und das Waldbad in Liesten. Auch dort müssen – wenn denn überhaupt gefördert wird – Eigenanteile aufgebracht werden. Im Klartext: Kurz vor Jahresende ist noch alles offen und nichts genehmigt. Bleibt zu hoffen, dass der Stadtrat den Haushalt noch vor Frühlingsbeginn in trockene Tücher bringt.

Von Holger Benecke

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