Quote liegt im Altmarkkreis bei 160 Prozent / Ärger wegen Überlandleitungen

Suche nach einem Nutzen für die viele Windkraft

Windparks – wie hier nahe Jeggeleben – werden immer mehr bebaut. Zudem spielt das sogenannte Repowering eine größere Rolle. Dabei werden alte Kraftwerksteile zur Stromerzeugung durch neue Anlagenteile mit höherem Wirkungsgrad ersetzt. Foto: Archiv / cz
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Windparks – wie hier nahe Jeggeleben – werden immer mehr bebaut. Zudem spielt das sogenannte Repowering eine größere Rolle. Dabei werden alte Kraftwerksteile zur Stromerzeugung durch neue Anlagenteile mit höherem Wirkungsgrad ersetzt. 

Altmarkkreis. Immer mehr Windräder wurden oder sollen gebaut werden – Im Altmarkkreis Salzwedel sind es inzwischen um die 250, im Landkreis Stendal sogar über 400.

Steffen Kunert, Geschäftsstellenleiter der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark, informierte beim Kreis-Umweltausschuss über den aktuellen Stand. Es entstehen nicht immer nur neue Anlagen, die auch umstritten sind. Vorhandene Windkraftanlagen werden durch modernere Konstruktionen ersetzt, die mehr Leistung bringen.

Der altmärkische Bedarf ist schon länger mehr als gedeckt. Die Quote liegt im Kreis Salzwedel bei 160 Prozent und in der Region Stendal bei 200 Prozent. Es ist also mehr Strom vorhanden als nötig. Landrat Michael Ziche erinnerte an eine Forderung, dass diese Quote für die Altmark sogar auf 500 Prozent steigen könnte. Damit seien einige Schwierigkeiten verbunden. Nicht nur die Geräuschkulisse ruft immer wieder Kritiker auf den Plan.

Da der Strom vor Ort nicht komplett verbraucht wird, und es an Speichermöglichkeiten mangelt, muss die Energie transportiert werden. Dies könnte über neue Leitungen erfolgen. Pläne gibt es, die aber ebenfalls für Ärger sorgen. Denn 110-KV-Leitungen sollen über dem Boden gezogen werden. Dies betrifft unter anderem den Bereich Kunrau, Immekath und Beetzendorf. Auch im Stadtrat von Kalbe wird es demnächst Informationen zu einem neuen Bauprojekt geben. Die Leitung soll unter anderem an Güssefeld vorbeiführen, wie es beim Kreis-Umweltausschuss in Salzwedel hieß. In der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf wurde bereits eine Bürgerintiative gegründet, die sich für Erdkabel einsetzt.

Grundsätzlich gibt es keine Obergrenze für die Anzahl von Windkraftanlagen. Die Regionale Planungsgemeinschaft hat Voranggebiete festgelegt, um Kontrolle zu haben. Doch das Land ziehe mehr Entscheidungsgewalt an sich, wie Steffen Kunert berichtete. Zudem könnte es verschärfte Regeln geben. Sollten größere Entfernungen zu Dörfern Wirklichkeit werden, würde dies zu Einschränkungen beim Modernisieren der Anlagen führen. Auch der Artenschutz spielt eine Rolle. So gab es in Tangeln Probleme, weil ein Rotmilannest den geforderten Radius unterschritt. Der Baum wurde durch Unbekannte illegal gefällt.

Von Christian Ziems

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