Studie liefert CO2-Gegnern Munition

Der Diplom-Geologe und Geochemiker Dr. Ralf Krupp sieht die CCS-Technologie sehr skeptisch.

Salzwedel - Von Andreas Köhler. Der Diplom-Geologe und Geochemiker Dr. Ralf Krupp hat sich für eine Studie des BUND mit den möglichen Auswirkungen der CO2 Verpressung im Erdreich befasst.

Eine Aufgabe, die ihn nach seinen eigenen Worte zu einem Kritker des CCS-Ansatzes gemacht habe. CCS, das bedeutet die theoretisch unbegrenzte Lagerung des Gases Kohlendioxid (CO2) im Erdreich (siehe Infokasten). Doch die Auswirkungen, die dieses Vorhaben auf das Erdreich und auf die Trinkwasserreservoirs haben kann, sind laut Dr. Krupp weitreichend. Seine Studie, die sich mit der Frage beschäftigt was, passiert, sobald das Gas mit hohem Druck ins Erdreich gepresst wird, wurde von ihm persönlich in Salzwedel vorgestellt. Die Bürgerinitiative gegen die CO2-Verpressung in der Altmark hatte zu diesem Vortrag in die Gaststätte „Eisen-Carl“ eingeladen. „Die Auswirkungen auf das Grundwasser sollten nicht außer Acht gelassen werden“, warnte Ralf Krupp. Simpel ausgedrückt: Das CO2 würde ins Erdreich gepresst und dort Salzwasser nach oben pressen. „Ein Kubikmeter Salzwasser aus dieser Schicht kann 1000 Kubikmeter Süßwasser versalzen“, mahnte der Geologe. Außerdem würde das Kohlendioxid dafür sorgen, dass das verdrängte Wasser an der Oberfläche austreten würde. „Zwei voneinander unabhängige Studien haben jeweils einen sehr hohen Druck errechnet, der auf dem Wasser lasten würde“, verdeutlicht Geochemiker Ralf Krupp seine Vorhaltungen. Und es sei nur logisch, dass dann auch das CO2 seinen Weg an die Oberfläche zurückfinden wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der Ralf Krupp zum Kritiker werden ließ, sei die Frage nach dem Energieverbrauch. Denn die CCS-Verpressung erfordert höheren energetischen Einsatz der Kraftwerke und der Kompressoren. Auch muss das Kohlendioxid transportiert werden. „Sie müssen also für zwei Kraftwerke ein drittes bauen, dass nur den Energiebedarf für das CCS abdeckt“, gab er ein Beispiel. Für ihn keine Frage: „Die CO2-Verpressung ist sinnlos“. Dazu sei die Speicherfähigkeit in ganz Deutschland gering. Die Kohlendioxid-Ausscheidungen von fünf bis sieben Kraftwerken für schätzungsweise 30 Jahren könnten aufgefangen und gespeichert werden, so seine grobe Schätzung. Auch habe noch keiner die Frage gestellt, wie eine geplante CO2-Verpressung in der Altmark mit einem atomaren Endlager gleich in der Nähe harmonieren würde.

Aussagen, die während der Präsentation in Salzwedel naturgemäß auf Applaus der CO2-Kritiker trafen. Für sie steht fest, dass das gesamte Verfahren um die CO2-Speicherung eine Sackgasse ist. Es sei Zeit für eine Energiewende, die nicht an Kohlekraftwerken festhält.

Das Institut für Geowissenschaften Abteilung Angewandte Geologie aus Kiel sucht währenddessen einen Doktoranden zu einem Projekt in Wittstock. Der Standort, der einen „ähnlichen geologischen Aufbau wie die Altmark“ besitzt, soll zeigen, wie die „Ausbreitung von CO2 in oberflächennahen Formationen anhand eines Großversuchs“ abläuft. Stefan Quisdorf von der BI bezeichnet dies als „Test für den Test“. Die BI will nun in Wittstock eine Informationsveranstaltung organisieren..

Die Studio: http://www.bund.net (unter „Klima & Energie“)

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