Unruhige Nächte

Studie: Immer mehr Altmärker schlafen schlecht

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Schlafmangel kann gefährlich werden – zum Beispiel im Straßenverkehr. 

Magdeburg / Altmark – Sachsen-Anhalter schlafen besser, als Beschäftigte in anderen Bundesländern. Laut einer Studie der Barmer sind durchschnittlich 27,3 von 1.000 Arbeitnehmern von Ein- und Durchschlafstörungen betroffen (Stand 2017).

Das ist der deutschlandweite Bestwert. Der Bundesdurchschnittswert liegt bei 38,2. Die unruhigsten Nächte haben mit 44,4 Schlafgestörten je 1.000 Beschäftigten die Berliner. Deutliche Unterschiede sind auch innerhalb der Landesgrenzen zu verzeichnen. Die gesündesten Schläfer sind in Dessau-Roßlau (21 Betroffene je 1.000 Beschäftigte) und im Landkreis Mansfeld-Südharz (20) zu finden. Der Altmarkkreis Salzwedel (22) folgt auf dem dritten Platz. Der Landkreis Stendal liegt im Mittelfeld (27). Bei Beschäftigten in Halle (30), im Landkreis Börde (30) und im Salzlandkreis (30) diagnostizierten Mediziner am häufigsten Ein- und Durchschlafstörungen (Mittelwert 2015 bis 2017).

Trotz der vergleichsweise guten Werte treten auch in Sachsen-Anhalt immer weniger Beschäftigte ihren Arbeitstag ausgeschlafen an. Während im Jahr 2005 nur 16 pro 1.000 Erwerbspersonen unter ärztlich attestierten Ein- und Durchschlafstörungen litten, waren es im Jahr 2017 bereits 27. Das entspricht einem Anstieg von 69 Prozent – zwischen Arendsee und Zeitz sind damit inzwischen mehr als 27.000 Frauen und Männer wegen Ein- und Durchschlafstörungen in Behandlung.

Dabei dürfte die Dunkelziffer der Betroffenen noch deutlich höher liegen, da nicht einmal jeder Zweite zum Arzt geht, wenn er nicht richtig schlafen kann. Etwa die Hälfte der Sachsen-Anhalter (49,1 Prozent) meinen, dass sie zu wenig Schlaf bekommen. Erwerbstätige mit Schlafstörungen fallen zudem sehr lange aus. Zum Vergleich: Beschäftigte mit Diagnosen von Ein- und Durchschlafstörungen waren im Jahr 2017 durchschnittlich 56 Tage arbeitsunfähig gemeldet, 36 Tage mehr als ihre ausgeschlafenen Kollegen.

Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführerder Barmer

„Anhaltender Schlafmangel macht krank. Das kann das Familienleben erheblich beeinträchtigen und genauso die Berufswelt. Denn wer nicht ausgeruht ist, kann sich schlechter konzentrieren. In der Folge erhöht sich die Fehlerquote. Im schlimmsten Fall sind unausgeschlafene Beschäftigte sogar ein Sicherheitsrisiko, etwa dann, wenn sie einen LKW fahren oder große Maschinen bedienen“, sagte Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der BARMER, bei der Vorstellung der Studie.

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