Alternative Energien in Salzwedel: Vieles ist möglich, nicht alles macht Sinn

Strom auf allen Wegen

Der Solarpark auf dem Salzwedeler Fuchsberg ist einer von mehreren regenerativen Energieerzeugern in der Gemeinde. Im neuen Flächennutzungsplan für die Hansestadt wird der Fokus verstärkt auf nachhaltige und ökologische Wege gelegt.
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Der Solarpark auf dem Salzwedeler Fuchsberg ist einer von mehreren regenerativen Energieerzeugern in der Gemeinde. Im neuen Flächennutzungsplan für die Hansestadt wird der Fokus verstärkt auf nachhaltige und ökologische Wege gelegt.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Salzwedel. Klimawandel, Naturschutz, alternative Energien – was welt- und deutschlandweit immer wieder diskutiert wird, findet nun auch im kleineren Rahmen in der Hansestadt Salzwedel seinen Widerhall. Ganz konkret im neuen gemeindeweiten Flächennutzungsplan.

Dieser dient dazu, die städtebauliche Entwicklung von Salzwedel festzulegen und zu steuern. So auch den Einsatz von neuen Energieformen und wie sie nutzbar sind bzw. wären.

„Die Hansestadt Salzwedel legt Wert auf eine Energieversorgung mit regenerativen Energien“, heißt es auf dem Papier. Und die Ausgangssituation scheint günstig zu sein, denken die Experten einen Schritt weiter. „Das weiträumige, überwiegend ländlich geprägte Stadtgebiet bietet eine gute Voraussetzung für eine Entwicklung hin zu einer solchen nachhaltigen Energieversorgungsstruktur“, lautet das Fazit.

Aber wie sieht es im Einzelnen aus? Bei der Photovoltaik hat sich in den vergangenen Jahren bereits einiges getan. Anlagen existieren auf dem Fuchsberg, in Ritze und bei Groß Gerstedt. Ein Vorhaben in Klein Gartz ist indes am Widerstand vieler Einwohner gescheitert. Auch deswegen, weil landwirtschaftlich genutzte Gebiete betroffen gewesen wären. Sogenannte „bahnparallele Flächen“ sollen wegen dieses Konflikts höchsten bei einer konkreten Investorenanfrage in Betracht gezogen werden.

Eindeutiger ist es in Sachen Windenergie. Es gibt festgelegte Vorrangflächen; zuletzt wurden bei Pretzier drei neue Anlagen errichtet. Die Flächenplaner sehen aber noch weiteres Potenzial, auch durch Aufrüsten bestehender Anlagen (Repowering). Kleinere Anlagen (in der Fachsprache als nicht raumbedeutsam bezeichnet) könnten grundsätzlich im gesamten Außenbereich errichtet werden.

Beim Thema Wasserkraft spielt nur die Jeetze eine Rolle in den Augen der Fachleute. Da die Fließgeschwindigkeit jedoch gering ist, kämen nur Speicherkraftwerke in Frage. Das heißt: anstauen. Da sich dieses jedoch insbesondere mit Renaturierungsmaßnahmen schneidet, dürfte Wasserkraft in Salzwedel vorerst keine Rolle spielen.

Eine weitere Alternative ist Erdwärme. Geothermie sei grundsätzlich überall in Salzwedel möglich. Konflikte können sich allerdings aus der Tatsache ergeben, dass das Gebiet der Gemeinde gleichzeitig Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung, sprich Erdgasförderung ist.

Von Jens Heymann

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