Verhandlung vor dem Amtsgericht Salzwedel

Streit um dreijähriges Kind mit fliegenden Fäusten

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bg Salzwedel. „Hier weiß man gar nicht, wem man glauben kann“, resümierte die Staatsanwältin gestern im Salzwedeler Amtsgericht nach vielen unterschiedlichen Aussagen zu einer Körperverletzung.

Ein Salzwedeler wollte seine dreijährige Tochter abholen, die bei der Mutter lebt. Er klingelte gegen 10 Uhr auch bei der Tante des Kindes Sturm, die im selben Haus wohnt. Der Freund der Tante, bei dem später ein Alkoholwert von 1,64 Promille festgestellt wurde, wollte den Angeklagten wegschicken, worauf es zu einer Schlägerei kam.

Dabei verlor der Geschädigte unter anderem einen Zahn. Den ersten Schlag ins Gesicht hatte nur die 13-jährige Stieftochter des Geschädigten gesehen. „Sie war die Einzige, die glaubhaft ausgesagt hat“, waren sich Richter, Staatsanwältin und Verteidiger einig. Aussagen der Mutter, Tante und Großmutter des Kindes stimmten an vielen Stellen nicht überein.

„Hier wurde versucht, den Angeklagten in schlechtem Licht dastehen zu lassen“, erklärte der Richter nach der Beweisaufnahme. „Es wurde sich darüber beschwert, dass der Angeklagte sich nicht darum gekümmert hat, dass seine kleine Tochter die Schlägerei sehen musste. Von der Familie hat dies aber auch niemand verhindert. Leidtragende ist nur das Kind“, ärgerte sich die Staatsanwältin.

Der arbeitslose Angeklagte, der mit sieben Eintragungen im Strafregister kein unbeschriebenes Blatt ist, wurde zu einer Geldstrafe von 40 Euro á 25 Tagessätzen verurteilt. An das Opfer muss er ein Schmerzensgeld in Höhe von 750 Euro bezahlen. „Er wollte sein Kind sehen, durfte es nicht und in seiner Wut hat er zugeschlagen. Und damit auch die Verletzung in Kauf genommen“, urteilte Richter Dr. Klaus Hüttermann.

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