Straßenlampen per Handy einschalten

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Die Straßenlampen per Handy einschalten – in Kommunen wie Gütersloh, Lemgo und Groß Pankow ist das Alltag. In Salzwedel soll das Licht ganz ausbleiben.

Salzwedel - Von Holger Benecke . In der Hansestadt sollen an 53 Straßen bzw. Wohngebiete und dem Kulturhausvorplatz zwischen 23 und 4 Uhr die Straßenlampen ausgeschaltet werden. So sieht es zumindest ein Plan des Bauamtes vor, der den Stadträten vorliegt. Damit soll in Salzwedel Geld gespart werden, um den maroden Haushalt mit Millionenloch zu konsolidieren.

Oberbürgermeisterin Sabine Danicke hat ausrechnen lassen, dass sich eine Umrüstung der Straßenlampen auf LED erst nach 48 Jahren amortisieren würde. Andere Gemeinden wie zum Beispiel Groß Pankow in der Ostprignitz gehen andere Wege. Dort können die Bürger die Straßemnlampen per Handy einschalten.

„Die Kosten für so etwas sind jenseits von gut und böse“, sagte Bauamtsleiter Ralf Burmeister auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Wie hoch diese sind, weiß er nicht. „Wir können keine Schaltungen einbauen – nur ein- oder ausschalten“, so Burmeister. Und weiter: „Wir haben deshalb auch nichts durchgerechnet – nur den Vergleich zu einer LED-Umrüstung.“

Wie hoch die Kosten für eine Handy-Steuerung der Straßenlampen in Salzwedel sind, das kann auch Bernd Klemme nicht sagen. Der Verkaufsdirektor der Stadtwerke Lemgo, die auch Groß Pankow ausgerüstet haben, weiß das erst, wenn er konkrete Daten vorliegen hat. Nur so viel weiß Lemme aus Erfahrungen jetzt schon sicher: „Die Kosten für die Kommune amortisieren sich per sofort oder innerhalb eines Jahres.“

Das System basiert nicht auf Bewegungsmeldern, sondern auf einer Aktivierung der Straßenbeleuchtung via Handy. Die Lampen werden dazu mit Modulen ausgestattet. Diese muss die Kommune bezahlen.

Wer das System nutzen möchte, muss sich zuvor auf einer Homepage anmelden, und seine Telefonnummern – ein oder mehrere Handys und/oder Festnetznummer – registrieren lassen. Damit können die Angemeldeten dann die Straßenbeleuchtungen einschalten, wenn sie im Dunkeln nach Hause kommen. Und zwar durch eine Code-Zahl, die sie von ihrem Handy aus senden. Die Brenndauer der Lampen kann variiert werden – in der Regel haben sich zehn bis 15 Minuten bewährt. Den Nutzern entstehen dadurch lediglich die Telfonkosten – in Zeiten von Flatrates kein Problem.

Auch Flutlichtanlagen von Stadien können so aktiviert werden. Nur in diesem Fall, bekommt der Einschalter die Stromkosten angerechnet.

In Groß Pankow, einer 4 157 Einwohner großen Gemeinde in der Ostprignitz, ist dies in sechs von 42 Ortsteilen seit November Alltag. Weitere sollen folgen. Das System wurde zuvor ein Jahr lang in einem Ortsteil getestet. Ergebnis: „Das ist eine Super-Sache. Wenn ich im Bett liege, brauche ich ja kein Licht an der Straßenlampe und die Gemeinde spart“, sagte Dajana Schoof die im Bauamt der Gemeinde Groß Pankow dafür zuständig ist.

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