Werben für Henningen: Tag der offenen Tür mit Elternsorgen

„Stirbt die Schule, stirbt das Dorf“

Verkehrsspaß auf dem Schulhof: Die Kinder konnten unter Beweis stellen, dass sie schon die wichtigsten Regeln beherrschen.
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Verkehrsspaß auf dem Schulhof: Die Kinder konnten unter Beweis stellen, dass sie schon die wichtigsten Regeln beherrschen.

Henningen. Bereits am Eingang der Henninger Grundschule wurde deutlich, dass dies kein normaler Tag der offenen Tür ist. Eltern und Einwohner hatten sich am Sonnabend vor das Tor postiert.

Sie machen sich Sorgen um die Zukunft der Bildungsstätte und sammelten Unterschriften für den langfristigen Erhalt. Der Standort ist zunächst bis 2018 / 19 sicher. Doch im aktuellen Schulentwicklungsplan des Altmarkkreises Salzwedel ist festgehalten, dass die Schule „langfristig nicht bestandsfähig“ sei. Laut den Prognosen fallen die Kinderzahlen ab 2019 / 20 unter die dann vom Land geforderte Mindestgrenze von insgesamt 80 Mädchen und Jungen.

Viele Eltern und Einwohner der Region machen schon jetzt in Form einer Bürgerinitiative deutlich, dass sie die Einrichtung nicht preisgeben wollen und unterstrichen am Sonnabend: „Stirbt die Schule, stirbt das Dorf.“ Sie fordern von Verwaltung sowie Kommunalpolitik, keine voreiligen Schließungspläne zu schmieden. Landrat Michael Ziche und Oberbürgermeisterin Sabine Danicke sollen beim Wort genommen werden. Beide kündigten an, sich für den Standort einsetzen zu wollen. Denn in der Einheitsgemeinde gibt es genügend Schüler um die Einrichtungen am Leben zu halten. Mit der Veränderung von der Einzugsbereichen lassen sich eventuell aufkommende Probleme entschärfen.

Schulleiter Falko Pabst machte am Sonnabend im AZ-Gespräch deutlich, dass durchaus auch der Schulweg von Salzwedel nach Henningen denkbar sei. Er sprach sich zudem dafür aus, im Moment nicht zu viel Unruhe aufkommen zu lassen. Denn derzeit werden 124 Kinder unterrichtet, im nächsten Schuljahr sind es 111 Mädchen und Jungen. Bis 2018 / 19 gibt es noch keine akute Gefahr. Der Schulleiter und sein Lehrerteam warben beim Tag der offenen Tür mit vielen Angeboten für den Standort. „Vielleicht bekommt der eine oder andere Gast Lust auf noch mehr eigene Kinder“, schmunzelte Falko Pabst und nannte neben der familiären Atmosphäre einen weiteren Vorzug: „Lernen durch Bewegung.“

Dies betrifft nicht nur den Sportunterricht. Der Schulleiter verwies darauf, dass nur stilles Sitzen nicht gut sei und eine Ausgewogenheit zwischen Körper sowie Geist wichtig ist. Genug Möglichkeiten zur Entfaltung gibt es in dem Hauptgebäude sowie der Sporthalle. Davon konnten sich die Besucher überzeugen.

Von Christian Ziems

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