Stadträte entzweit: Die einen wollen keinen Verkauf, die anderen die Option / Entscheidung im Mai

Stimmenpatt bei Vita-Votum

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Stadtrat Norbert Block (SPD) musste vor dem Hauptausschuss im Rathaus an den Demonstranten vorbei. Er stimmte später dafür, den Verkauf der Vita nicht gänzlich vom Tisch zu nehmen.

Salzwedel. Nach teils hitziger Diskussion im Hauptausschuss stand am Mittwochabend fest: Die Entscheidung über die Zukunft des Vita-Seniorenzentrums soll erst im nächsten Stadtrat am 2. Mai fallen.

Auf eine Empfehlung konnten sich die anwesenden Stadträte und Bürgermeisterin Sabine Blümel nicht einigen. Sowohl der Antrag, den möglichen Verkauf der Vita ganz vom Tisch zu nehmen als auch der Vorschlag, ihn zumindest in diesem Jahr nicht weiterzuverfolgen, scheiterten jeweils am Stimmenpatt von vier zu vier. Peter Fernitz (CDU), Gerd Schönfeld, Ute Brunsch (beide Linke) und Martin Schulz (Grüne) wollen keinen Vita-Verkauf; Bürgermeisterin Sabine Blümel, Wolfgang Kappler (Salzwedel-Land), Norbert Hundt und Norbert Block (beide SPD) sich diese Option für einen späteren Zeitpunkt offenhalten.

Das Treffen des Hauptausschusses, der Vorinstanz des Stadtrates, fand unter besonderen Umständen statt. Denn während im Hansezimmer Politiker und Verwaltung am Tisch saßen, machten draußen Vita-Mitarbeiter, Heimbewohner und Sympathisanten mit „Finger weg von der Vita“-Rufen und Trillerpfeifen Protest in eigener Sache. Viele der rund 120 Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs, sollte ein privater Investor die Vita nach einem Verkauf übernehmen und auf Rendite trimmen. Von denen, die über ihr Schicksal entscheiden, ließen sich unterdessen nur wenige draußen bei den Demonstranten blicken. Einer von ihnen war CDU-Chef Fernitz: „Weil ich mich solidarisch erkläre. Ich finde es mehr als anerkennenswert, dass die Vita-Leute um ihre Arbeitsplätze kämpfen.“ Stadtchefin Blümel blieb der Demo fern, lächelte drinnen verlegen. Seite 3

Von Jens Heymann

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Klare Botschaft an den Stadtrat: „Hände weg von der Vita!“

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