Sachkosten liegen aktuell bei knapp 290 000 Euro pro Jahr

Steuerzahler greift für den Wolf tief in die Tasche

Seit der Wolf heimisch wurde, reagiert zum Beispiel das Rotwild mit dem Bilden großer Rudel, um sich zu schützen. Andere Arten entwickeln kurzfristig kaum Abwehrstrategien.
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Seit der Wolf heimisch wurde, reagiert zum Beispiel das Rotwild mit dem Bilden großer Rudel, um sich zu schützen. Andere Arten entwickeln kurzfristig kaum Abwehrstrategien.

Magdeburg / Altmark. Die Landesbehörden in Sachsen-Anhalt und somit letztlich der Steuerzahler musste für den Wolf in der Zeit von 2008 bis heute tief in die Tasche greifen.

Die Rückkehr des Großraubtieres mit strengem Schutzstatus hat in den vergangenen zehn Jahren gemäß Landeshaushalt allein 853 458 Euro an Sachkosten verursacht. Das ist das Ergebnis der Antworten auf die große Anfrage der CDU-Landtagsfraktion in Sachen Wolf.

Wolfskritiker Carsten Borchert, CDU-Landtagsmitglied.

Auf insgesamt 46 Seiten, die der AZ vorliegen, wurden 77 zum Teil heikle Fragen beantwortet. Unter die besagten Kosten fallen etwa die Bereiche Schadensausgleich, Bestandserfassung und Herdenschutz. Besonders auffällig ist das überdimensional große Verhältnis der Wolfsschutz-Kosten im Vergleich zu Ausgaben für andere bedrohte Arten: So betrugen diese seit 2012 insgesamt für alle Arten 6,466 Millionen Euro, davon jedoch für den Wolf 781 394 Euro. Allein in diesem Jahr werden laut Landeshaushalt 287 500 Euro für den Wolf ausgegeben. Für das kommende Jahr beträgt der Haushaltsansatz 289100 Euro. Für den Schutz aller bedrohten Tiere werden dagegen in diesem Jahr etwa 1,7 Millionen Euro ausgegeben.

Seit 2012 richteten Wölfe wirtschaftliche Schäden in Höhe von über 42 000 Euro in Sachsen-Anhalt an, wie aus den Antworten der Landesregierung zur großen Anfrage ebenfalls hervorgeht. Für die AZ berichtet CDU-Landtagsmitglied Carsten Borchert über den aktuellen Stand: „Die Arbeitsgruppen Landwirtschaft und Umwelt der CDU tagen derzeit zum Thema ,Antworten auf die große Anfrage’“, so der Jübarer. Für ihn tun sich dabei mehrere Probleme auf: „Welchen Wolf wollen wir eigentlich schützen? Wir haben die polnische Population. Sie ist ja nicht mehr bedroht. Es gibt keinen deutschen Wolf als separate Population“, so Borchert weiter.

Und es gibt weitere Kritikpunkte: „Warum können in einigen EU-Ländern problemlos Wölfe entnommen werden? Darauf haben wir bis heute keine Antwort!, erklärt der CDU-Mann weiter. Weitere Frage bleiben: „Warum rotten wir das Muffelwild mit der wachsenden Wolfspopulation aus? Artenschutz geht nicht auf Kosten anderer Arten“, heißt es. Weiter geht es um den Wolfs-Entschädigungsfonds: „Die Riesenbürokratie bei der Beantragung ist unverantwortlich“, wettert Carsten Borchert weiter.

Fazit: Die CDU will eine Versachlichung der Diskussion auf unabhängigem wissenschaftlichen Niveau. Hintergrund laut dem Altmärker: In Gommern und der Altmark wurden nachweislich Wölfe an Bushaltestellen fotografiert. Wölfe können zwei Meter hohe Zäune überwinden. Im September wurde der letzte Wolfsangriff in Europa dokumentiert. Von Mai bis Oktober gab es in Israel zehn Wolfsangriffe auf Kinder.

Für die Verharmlosung der Landesregierung in Sachen Wolf macht Borchert das Umweltministerium verantwortlich. „Die Diskussion, ob Rissschäden nun wirklich von Wölfen sind, ist mittlerweile lächerlich: Es gab vor dem Wolf keine Rissschäden. Für Menschen im ländlichen Raum ist der Wolf bereits eine Art der Freiheitsberaubung im öffentlichen Bereich.“

Von Kai Zuber

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