47-Jähriger für schuldig befunden

Steinwurf auf Nachbars Auto: Nachbarschaftsstreit aus Diesdorf vor Gericht

Salzwedel / Diesdorf – Erneut ist ein Nachbarschaftsstreit vor Gericht gegangen. Ein 47-Jähriger aus einem Ortsteil von Diesdorf soll seinem 58-jährigen Nachbarn einen Stein gegen die Windschutzscheibe seines Autos geworfen haben.

Richter Klaus Hüttermann sprach nun zu Gunsten des Angeklagten und milderte ein bestehendes Urteil von September 2019 auf 450 Euro Strafe ab.

Der 47-jährige Angeklagte hatte mit seiner Ehefrau eine Pferdezucht aufgebaut. Am 2. April vergangenen Jahres war der Beschuldigte mit zwei seiner Pferde und deren Fohlen auf dem Weg von der Weide zurück zum Stall. Hierfür musste er einen schmalen Weg entlanggehen (30er-Zone). Auf besagtem Heimweg bemerkte er ein langsam fahrendes Auto hinter sich, das angeblich zu drängeln begann, wie der Mann vor Gericht aussagte. Dadurch seien die Pferde nervös geworden. Der Angeklagte will seinen Nachbarn erkannt haben. Dieser habe später nach ihm gerufen, wurde dem Gericht geschildert. Denn der 58-Jährige beschuldigte den Angeklagten, zu einem früheren Zeitpunkt einen Stein auf die Windschutzcheibe seines Autos geworden zu haben. Der Beschuldigte stritt dies vehement ab, seine Frau bestätigte dies als Zeugin. Damit war die Sache vorerst beendet.

Am 30. September 2019 wurde der 47-Jährige gerichtlich zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt, doch dagegen legte dieser im Oktober Einspruch ein. Zur neuen Verhandlung in dieser Woche brachte der Angeklagte ein Video mit, dass seine Unschuld beweisen sollte.

Richter Hüttermann und die Staatsanwältin befragten den Beschuldigten. Kurz darauf wurde das angebliche Beweisvideo vorgeführt. „Haben Sie das Video gekürzt?“, fragte Hüttermann, da die Aufnahme scheinbar erst nach der angeblichen Tat begann. Des Weiteren war der Angeklagte in dem Video mit den Worten zu hören: „Mal gucken, ob er das verstanden hat.“ Richter Hüttermann sah die Schuld des Angeklagten als erwiesen, doch dieser gestand trotzdem nicht.

Nach der Befragung des Nachbarn und der Ehefrau wollte die Staatsanwältin das bereits bestehende Urteil bestätigt sehen, doch Hüttermann ging im Strafmaß herunter. 15 Tagessätze zu je 30 Euro, also eine Gesamtstrafe von 450 statt 1200 Euro. „Ich kann nicht beurteilen, wer von Ihnen mit dem Streit angefangen hat. Irgendwann muss Schluss sein. Und das ist jetzt“, so der Richter.  lz

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