Ausgebüxt: Balzzeit bei den Großvögeln / Selbst im Straßenverkehr völlig entspannt / Bloß nicht füttern!

Da steht ein Pfau vor der Tür

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Die Pfauen sind wieder los – Dienstagabend lauerte ein aus dem Tierpark ausgebüxter Hahn vor den Türen am Südbockhorn.

Salzwedel. „Wenn bei Ihnen ein Pfau vor der Tür steht – bloß nicht füttern, dann bleibt er“, sagt Salzwedels Tierparkleiter Jens-Olaf Schawe. Derzeit ist bei den großen Vögeln wieder Wanderzeit und in der Stadt kommt es hier und da schon mal zu Pfauenalarm. Wie Dienstagabend am Südbockhorn.

Selbst zwischen fahrenden Autos im Straßenverkehr sind die Pfauen völlig entspannt – in Berlin waren sie ganz anderes gewöhnt.

Zwei seiner derzeit vier Hähne sind wieder unterwegs, bleibt Schawe gelassen. „Einfangen bringt nichts, die büxen gleich wieder aus“, weiß er aus Erfahrung. Im Frühjahr ist Balzzeit und da wandern die Pfauen durch die Gegend. „Das sind so Schübe von einer Woche bei den Tieren“, kennt Schawe eigentlich seine Pappenheimer. „Doch in diesem Jahr ist es schon der dritte Schub“, grübelt der Zoochef. Gegenwärtig haben die Hähne den Bereich vom Tierpark über den Kronsberg bis zur Reitbahn und zum Krankenhaus okkupiert. Normalerweise kehren sie abends zu ihren Gehegen zurück. Ab und an nächtigt einer der Vögel aber auch auf einer großen Kastanie am Krankenhaus, berichtet Schawe. Von dort wurde er sogar schon mal aus dem OP angerufen, weil einer der Pfauen vor den Fenstern herumturnte.

Selbst, wenn die Tiere Straßen überqueren – Schawe nimmts gelassen. Die Vögel auch. „Zwei der Hähne kommen aus Berlin, die sind Großstadtverkehr gewöhnt“, schmunzelt der Tierparkchef.

„Nur nicht füttern“, bittet er die Salzwedeler. Vor Jahren hatten die Pfauen den Dämmchenweg zu ihrem Revier erklärt, kannten dort jede Katzenfutterstelle und pickten das leckere Nassfutter während die Stubentiger aus sicherer Deckung mit knurrenden Mägen zuschauen mussten.

Von Holger Benecke

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