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Startschuss in Pretzier – Blümel: „Endlich gehts los“

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Von: Holger Benecke

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spatenstich
Startschuss am Königstedter Weg (v.r.) Bauleiter Adam Zurczak, Avacon-Connect-Geschäftsführer Detlef Gieselmann, Bürgermeisterin Sabine Blümel und Christian Märtens, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft. © Benecke

Großer Bahnhof gestern in Pretzier. Die Avacon Connect GmbH, die seit fast zwei Wochen schon in Salzwedels größtem Ortsteil buddeln lässt, gab den offiziellen Startschuss für ihren Breitbandausbau im Raum Salzwedel. Der medienwirksame erste Spatenstich wurde am Königstedter Weg gesetzt.

Pretzier - Dazu war neben Connect-Geschäftsführer Detlef Gieselmann und seiner Marketing-Mitarbeiterin Britta Herrmann auch Kommunalreferent Andreas Forke von der Mutterfirma Avacon erschienen. Und er machte deutlich: „Neben Strom, Gas und Fernwärme gehört inzwischen auch Glasfaser zur Infrastruktur.“ Die Altmark und Salzwedel seien ein ganz klares Zielgebiet, ergänzte Detlef Gieselmann.

Gieselmann will 3000 Haushalte anschließen

„Endlich geht es los“, freute sich Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel. Zugleich erinnerte sie aber an die vier Jahre Vorarbeit. Und diese hatte vor allem Vize-Bürgermeister und Kämmerer Olaf Meining „neben seinen Ämtern“, so Blümel, erledigt. Meining ist derjenige in der Stadtverwaltung, der das gesamte Breitbandausbau-Projekt begleitet.

Geschäftsführer Gieselmann erklärte die kommenden Arbeiten. Zunächst sei Pretzier mit einem Komplettanschluss dran. Sein Unternehmen hat für den gesamten Frontalangriff auf die sogenannten weißen Flecken von den vier Millionen Euro Fördermitteln und dem 110 000-Euro-Eigenanteil der Stadt rund 3,7 Millionen Euro zur Verfügung. Damit will Gieselmann 387 Förderpunkte – das entspricht etwa 1000 Haushalten – ans Glasfasernetz bringen.

Wie er gestern sagte, packt sein Unternehmen noch das Dreifache drauf, damit ein Ausweiten auf über 3000 Haushalte möglich wird. Denn diese liegen in unmittelbarer Nähe der Connect-Trassen und könnten jederzeit mit angeschlossen werden. Wobei ein Anschluss während der Ausbauphase für die Kunden weitaus billiger werde, als wenn der Bagger später noch einmal anrücken müsse, betonte er, dass im Connect-Netz noch viel Luft nach oben sein werde. Und ein neues Netz sei unumgänglich, so Gieselmann, um die hohen Übertragungsraten zu ermöglichen.

Von Pretzier aus sollen 150 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden. Und das erledigt die Firma von René Kupfer aus Sachsen. Westlich von Salzwedel soll dann im April begonnen werden, da es in diesem Bereich noch „einige Engpässe bei den Dienstleistern“ gegeben hätte, erklärte Gieselmann.

Und auch die Mieter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), für deren Glasfaseranschluss bis in die Wohnungen ebenfalls die Avacon Connect verpflichtet wurde, sollen ab der zweiten Jahreshälfte in Angriff genommen werden. Dort sind noch Absprachen nötig. „Wir wollen nicht, dass die Mieter wochenlang durch den Schutt stapfen müssen“, sind sich Connect-Chef Detlef Gieselmann und der Geschäftsführer der Wobau, Christian Märtens, einig. Auch Märtens griff gestern in Pretzier zum Startschuss-Spaten.

Hoffen auf weitere Förderprogramme

Noch im ersten und weiter im zweiten Quartal sollen die ersten Haushalte am Netz angeschlossen sein, schaute Gieselmann voraus. Bis 2023 will sein Unternehmen „mit weiten Teilen durch sein“. Auch mit 3000 Haushalten, falls sich noch 2000 weitere mögliche Interessenten melden würden.

Pretziers Ortsbürgermeister Herbert Schulze ist schon froh, dass die Glasfasertruppe bereits in einigen Straßen durch ist: Königstedter Weg, Alte Schulstraße, Wiesenweg, Lindenweg.

Bürgermeisterin Sabine Blümel will, dass in allen Regionen der Hansestadt gleiche Bedingungen herrschen – zumindest in Sachen Glasfaserausbau. Doch dort gibt es noch Regionen, die zwar versorgt sind, aber mit knapp über schwachen 30 Mbit/s nicht förderfähig sind und ein Ausbau unwirtschaftlich sei. Blümel ist sich sicher, dass es auch dafür bald Förderprogramme geben werde. Und versprach, darauf ein Auge zu haben.

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