Kreis stellt die Personenbeförderungs-Weichen für das nächste Jahrzehnt

Starke Partner im Bus

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Mit neuem Fahrplan und neuen Partnern (v.l.): Andreas Müller und Ralph Hocke (beide PVGS), Dietrich Adloff (Klötzer Verkehrsgesellschaft AG), Jörg Angerstein (Sparkasse Altmark West), Ronald Lehnecke (PVGS-Geschäftsführer), Heidelore Titze (Busreisen Titze Arendsee), Robert Stein (RS-Transporte & Reparaturservice Gardelegen), Landrat Michael Ziche, Diana Woll (PVGS), Christoph Schlüsselburg (Schlüsselburg Touristik Lindstedt) und Harald Heuer (Omnibusbetrieb Dähre).

Altmarkkreis Salzwedel. Die Personenverkehrsgesellschaft (PVGS) des Altmarkkreises stellte gestern unter Federführung von Landrat Michael Ziche nicht nur den neuen Fahrplan für 2017 / 2018 vor, sondern auch ihre neuen Partner im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Fünf heimische Unternehmen hatten sich in der europaweiten Ausschreibung durchgesetzt und werden in den nächsten zehn Jahren das umfangreiche Streckennetz zusammen mit der PVGS bedienen.

Die Weichen dafür, so erinnerte der Landrat, hat der Kreistag bereits vor zwei Jahren gestellt, „um den Busverkehr im sehr ländlich geprägten Kreis mit bewährten Partnern aufrecht zu erhalten“. So wird Robert Stein mit seiner Flotte den südlichen Kreis bedienen, Heidelore Titze schickt ihre Fahrzeuge im Arendseer Bereich auf die Strecken, Dietrich Adloff lässt seine Busse rund um Klötze ausschwärmen, Harald Heuers Omnibusse sind im nordwestlichen Kreisgebiet unterwegs und Christoph Schlüsselburg lässt seine Fahrzeuge im südöstlichen Kreis touren. Startschuss für die neuen PVGS-Partner und den neuen Fahrplan ist der 10. August. Alle Fahrpläne gibt es ab sofort bei der PVGS beziehungsweise im Internet unter www.pvgs-salzwedel.de.

Der neue Fahrplan

PVGS-Geschäftsführer Ronald Lehnecke will die Altmärker im Kreis und bis nach Magdeburg mobil halten. Und er registriert, dass wieder mehr Menschen auf Busse und Bahnen umsteigen. Zugleich sei die Nachfrage nach Rufbussen gestiegen. Das Modellprojekt Kita-Mobil, mit dem 15 Kindertagesstätten in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf bedient wurden, ist zum 10. Juli eingestellt worden. Um es fortzuführen, hätte das Projekt auf den gesamten Kreis ausgedehnt werden müssen. Doch dafür hätte die PVGS nicht genügend Bedarf feststellen können, so Ronald Lehnecke.

Änderungen im Linienverkehr gibt es vor allem durch den Umbau von Grundschule und Sekundarschule in Beetzendorf. Deshalb müssen ab dem 10. August und bis voraussichtlich zum 8. August nächsten Jahres die Beetzendorfer Grundschüler nach Kunrau und die Sekundarschüler nach Klötze gebracht werden. Auch in Gardelegen gibt es Änderungen, da die Jungen und Mädchen aus dem Einzugsbereich der geschlossenen Grundschule Estedt nach Gardelegen gebracht werden müssen. In Tangeln (Ahlumer Straße) und in Rohrberg (Sporthalle) werden die Haltestellen abgebaut. Dort gibt es keine Schüler mehr, die zu befördern sind.

Die neuen Partner

Dietrich Adloff strich die Wichtigkeit des ÖPNV für das soziale Leben und die Schulen im ländlichen Raum heraus: „ÖPNV ist für die Menschen ebenso wichtig wie für die Industrie das Transportwesen.“ Robert Stein sieht in der Zukunft noch etliche Aufgaben gemeinsam zu lösen und sprach das Thema elektronischer Fahrschein und die damit verbundenen Umrüstungen an. „Es ist keine Selbstverständlichkeit mit so professionellen Partnern wie der PVGS zusammenzuarbeiten“, freute sich Christoph Schlüsselburg auf zehn Jahre Planungssicherheit für die heimischen Unternehmen. Denn diese verdienen nicht nur, sondern haben neben hohen Investitionen auch hohe Personalkosten, wie Schlüsselburg deutlich machte. Und so versprach Heidelore Titze für das nächste Jahrzehnt ihr Bestes zu tun, damit die Busreisenden zufrieden sind.

Harald Heuer, der schon seit 26 Jahren mit der kreiseigenen PVGS im Geschäft ist, riss ein wichtiges Thema an – das Rufbussystem: „Das ist einmalig und nicht mehr wegzudenken.“ Heuer prognostizierte gerade in diesem Bereich stark wachsenden Bedarf in den kommenden Jahren. Unterstützt wird der Kreis mit seinen Partnern beim ÖPNV durch die Sparkasse Altmark West. Deren Vertreter, Jörg Angerstein, lobte das moderne System, das „wieder vom Feinsten“ sei.

Von Holger Benecke

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