Aber nicht bis an den Gartenzaun

Standortfrage bleibt offen: 18 Hektar Solarpark bei Bombeck geplant

Ortsbürgermeister Jürgen Bangemann zeigte an einer Übersichtskarte den vorerst ins Auge gefassten Standort eines rund 18 Hektar großen Solarparks zwischen der Schweinezuchtanlage und der Dumme bei Bombeck.
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Ortsbürgermeister Jürgen Bangemann zeigte an einer Übersichtskarte den vorerst ins Auge gefassten Standort eines rund 18 Hektar großen Solarparks zwischen der Schweinezuchtanlage und der Dumme bei Bombeck.

Osterwohle – Die Osterwohler haben schon immer auf Grün gesetzt. Mit einer Biogasanlage an der Osterwohler Schweinezucht GmbH bei Bombeck fing alles an. Daraus entwickelte sich eine eigene Nahwärmeversorgung mit mehreren Blockheizkraftwerken (BHKW).

Und wieder sind es die Schweinezüchter, die den grünen Weg weitergehen wollen. Geschäftsführer und Ratsherr Roland Niewerth ließ das Vorhaben eines Solarparks am Dienstag von Dr. Dietrich Clemens im Ortschaftsrat vorstellen. „Geld und Wertschöpfung bleiben in der Region, wie wir bei der Biogasanlage gesehen haben. Das Geld, was Sie bei Ihrer Energierechnung einsparen, können Sie für Ihren Konsum verwenden“, erläuterte Clemens den Einwohnern im Osterwohler Dorfgemeinschaftshaus.

Die geplante Anlage soll 18 Hektar groß werden und pro Hektar eine Million Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen. Eine Million kWh davon werden für die Schweinezuchtanlage in Bombeck benötigt, der Rest soll ins Netz gehen. Die Anlage soll zwischen Schweinezucht und Dumme errichtet werden und bis zum Bombecker Ortsrand reichen.

Das wiederum brachte Andrea Eggert in den Harnisch: „Ich möchte nicht von meiner Terrasse auf die Anlage schauen.“ Sie würde dann Zaun an Zaun mit dem Solarpark leben müssen. Auch ein Grünstreifen dazwischen konnte die Anwohnerin nicht beschwichtigen: „Ich bin total entsetzt und werde das auf gar keinen Fall dulden und gehe mit allen Mitteln dagegen vor.“ Sie schlug vor, einen künftigen Solarpark an die andere Seite der Schweinezucht in Richtung Tylsener Weg zu verlagern.

Auch andere Einwohner hatten Probleme. Sie wollen nicht, dass Ackerland auf Biegen und Brechen zugunsten von Ökostrom in Brachland verwandelt wird. Die Fläche hatte Schweinezüchter Niewerth gewählt, weil das Land seiner GmbH gehört. Der Acker habe nur einen geringen Bodenwert, deshalb sei auch die Schweinezuchtanlage 1969 dorthin auf den Karnickelsand gebaut worden.

Salzwedels Bauamtsleiterin Martyna Hartwich erläuterte, dass in Ausnahmefällen neuerdings auch geringwertige Ackerflächen verwendet werden dürfen. Zudem machte sie deutlich, dass es noch keinerlei Planungen gebe, sondern Investor Niewerth den Anwohnern seine Idee sehr frühzeitig vorstelle, um mit den Nachbarn ein gutes Einvernehmen zu erzielen.

Roland Niewerth und sein Berater Dr. Dietrich Clemens wollen nun die Hinweise aus der Ratssitzung einarbeiten und ihr Vorhaben dann noch einmal vorstellen. Erst danach könne überhaupt geplant werden.

Zunächst muss dann die Anlage in den Flächennutzungsplan der Stadt eingearbeitet werden. Schließlich folgt der Bebauungsplan, in dem alle Details wie Abstände, mögliche Blendeffekte usw. geregelt werden. Dazu muss der Investor die entsprechenden Gutachten vorlegen. Erst danach wäre überhaupt erst an ein Umsetzen des Vorhabens zu denken, sagte die Bauamtsleiterin in Osterwohle.

VON HOLGER BENECKE 

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