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Standort für Photovoltaikanlage bei Bombeck noch offen

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Von: Arno Zähringer

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Lageplan
So sieht der aktuell geplante räumliche Geltungsbereich für die Photovoltaikanlage aus. In der ursprünglichen Planung war lediglich der linke Bereich einbezogen. © Zähringer, Arno

Die Diskussionen bei einer Infoveranstaltung zum Bau eines Solarparks verliefen in ruhigem Fahrwasser. Die Anlage soll zwischen Schweinezucht und Dumme errichtet werden und bis zum Ortsrand Bombeck reichen.

Salzwedel – Der Wunsch Jürgen Bangemanns, Ortsbürgermeister von Osterwohle, wurde erfüllt. Er hatte vor der Informationsveranstaltung zum Bau einer Photovoltaikanlage (PV) im Dorfgemeinschaftshaus Osterwohle am Mittwochabend um Sachlichkeit im Gespräch gebeten. Und die rund 40 Teilnehmer taten ihm diesen Gefallen.

Und das, obwohl das Thema nicht nur für Gesprächsstoff sorgt, sondern auch Emotionen auslöst. Nach knapp eineinhalb Stunden stand fest: Den Investoren und Planern wird mit auf den Weg gegeben – so gehts nicht.

Interessiert, aber auch kritisch waren zuvor die Besucher den Ausführungen von Projektleiter Magnus Kaupmann gefolgt. Doch zuerst mussten sie eine harte Nuss verdauen, denn der aktuell geplante räumliche Geltungsbereich für die Photovoltaikanlage war fast doppelt so groß als noch vor rund zwei Jahren. Damals sollte die Anlage zwischen der Schweinezuchtanlage und der Dumme bei Bombeck rund 18 Hektar umfassen. Die Erweiterung wurde damit erklärt, dass das Projekt wegen der Wirtschaftlichkeit größer werden müsse.

Sorge bereitet den Bürgern unter anderem der Abstand der Anlage zur Wohnbebauung. „Diese Fragen werden im Verfahren sowieso gestellt, alles wird genauestens berechnet“, sagte Martyna Hartwich, Bauamtsleiterin der Hansestadt. Und sie machte deutlich, dass es „keinen rechtlichen Anspruch gibt, eine Photovoltaikanlage zu bauen“. Zudem sollten landwirtschaftliche Flächen für die Landwirtschaft zur Verfügung stehen und genutzt werden. Die Ortschaft aber müsse entscheiden, ob sie mit dem Vorhaben leben kann. Die 0,2 Cent, die pro Kilowattstunde bezahlt werden, kommen allerdings nicht Osterwohle, sondern der Hansestadt Salzwedel zugute.

Andrea Eggert befürchtet, dass die landwirtschaftlichen Flächen versiegelt werden. Aber: „Energie kann man nicht essen.“ Zudem würde das Landschaftsbild komplett verändert, eine Ansicht, die mehrere Diskussionsteilnehmer teilten. „Unser Dorf wird verschandelt. Ich will mir unser Dorf aber so nicht zubauen lassen“, sagte eine Anwohnerin. Es wurde am Mittwochabend deutlich, dass die meisten Teilnehmer der Infoveranstaltung ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen waren, um damit ihre Ablehnung des Projekts zu demonstrieren. Jürgen Bangemann versprach, dass sich auch der Ortschaftsrat noch über das Thema unterhalten wird.

Doch wie geht es nun weiter? Angesichts der eindeutigen Ablehnung des Vorhabens wollte der Investor keine Aussage treffen, wie er darauf reagieren wird.

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