Sitzung in Pretzier zu weit für Vita-Bewohner

Stadträte haben kein offenes Ohr

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Vita-Bewohner und -Mitarbeiter stemmen sich gegen den vom Stadtrat geplanten Verkauf des Seniorenzentrums.

hob Pretzier. Der Salzwedeler Stadtrat tagt am kommenden Mittwoch, 2. Mai, in Pretzier. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus an der Straße der Jugend 18. Mitarbeiter des Seniorenzentrums Vita haben bereits ihr Kommen avisiert.

Sie fürchten um ihre Arbeitsplätze, denn der Stadtrat will in dieser Sitzung den Verkauf der Vita beschließen – oder auch nicht.

Dieser Punkt ist der noch einzig offene des Liquiditätskonzeptes. Laut Verkehrswertgutachten erhofft sich die Stadt am Verkauf der Vita zwischen 2,8 und 7,3 Millionen Euro zu verdienen. Bezahlt hat die Kommune dafür nie einen einzigen Pfennig bzw. Cent. Der Aufbau der Vita wurde vom Land und vom Kreis finanziert. Seitdem wirtschaftet die gemeinnützige GmbH ausschließlich für ihre Tasche und investiert die Gewinne wieder in die Einrichtung. Bis auf einmal, da griff die Stadttochter der Mutter mit 2,04 Millionen Euro unter die Arme. Konnte sie auch nur, weil sie gut gewirtschaftet hat.

Für die vom Verkaufsbeschluss betroffenen Vita-Bewohner ist es kaum möglich, den Stadtrat am 2. Mai zu verfolgen. Wie sollen die Alten und Gebrechlichen nach Pretzier kommen? Zum Salzwedeler Kulturhaus hätten sie es gut geschafft. Deshalb unterstellen sie dem Stadtrat auch, diese Sitzung bewusst nach Pretzier verlegt zu haben, statt ihnen entgegenzukommen.

Schon während ihrer jüngsten Demonstration vor dem Rathaus hatten die Stadträte, die im Hauptausschuss sitzen, nicht mit den Senioren über deren Ängste und Sorgen gesprochen. Im Gegenteil: Die meisten Stadträte waren schon über eine halbe Stunde vor der Sitzung gekommen, um den Demonstranten aus dem Weg zu gehen.

Klare Botschaft an den Stadtrat: „Hände weg von der Vita!“

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