1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Salzwedel

Stadt Salzwedel will keine Blumenkästen vor Café

Erstellt:

Von: Christian Reuter

Kommentare

Straße und Häuser
Noch bis zum 18. Juli standen vor dem Café „Am Stadttor“ an der Neuperverstraße in Salzwedel Blumenkästen sowie Stühle und Tische, die auf Anordnung der Stadt weggeräumt werden mussten. © Privat

In Salzwedel versuchen Geschäftsleute mit verschiedensten Ideen, die Stadt attraktiver für Bürger und Touristen zu machen. So wie Rosemarie Lehmann, Geschäftsführerin der Salzwedeler Baumkuchen GmbH. Sie betreibt das Café „Am Stadttor“ an der Neuperverstraße. Noch bis zum 18. Juli standen vor dem Café, direkt an der Straße, mehrere Blumenkästen sowie Tische und Stühle, die auf Anordnung der Stadt weggeräumt werden mussten.

Salzwedel. Rosemarie Lehmann habe sich am 16. Juni vor dem Café mit Eiko Petruschkat vom Ordnungsamt der Stadt getroffen. „Er hat mir gesagt, dass ich das machen kann“, erinnert sich die Geschäftsfrau zurück. Also die Blumenkästen sowie die Tische und Stühle an die Straße stellen. Sie müsse nur einen Antrag dafür stellen.

Deshalb habe sie noch am selben Tag einen Antrag bei der Stadt eingereicht. „Danach ist nichts gekommen“, sagt Lehmann. Und daher sei sie davon ausgegangen, dass die Stadt nichts gegen das Aufstellen der Blumenkästen und der Sitzgelegenheiten habe.

Etwa Ende Juni wurden nach ihren Angaben die Sachen dann vor dem Café, direkt an der Straße, aufgestellt. Für die sechs Blumenkästen habe sie insgesamt rund 4.000 Euro investiert.

Um so größer sei dann ihre Verärgerung gewesen, als sie am 18. Juli eine E-Mail von der Stadt Salzwedel erhalten habe, in der sie zum Wegräumen der aufgestellten Dinge aufgefordert worden sei, mit einer Fristsetzung bis zum 20. Juli, berichtet Lehmann. Noch am 18. Juli wurden die Blumenkästen sowie die Tische und Stühle wieder vom Gehweg entfernt.

Die Altmark-Zeitung fragte bei der Stadt nach dem Warum nach. „Die Hansestadt Salzwedel schätzt jegliche Art unternehmerischer Initiative und unterstützt jeden Versuch, die Innenstadt zu beleben. Doch die vom Café umgesetzte Maßnahme ist nicht genehmigungsfähig. Daher müssen die bereits aufgestellten Blumenkübel entfernt werden“, teilte Pressesprecher Andreas Köhler mit.

Die Neuperverstraße diene in diesem Bereich als zentraler Zu- und Abfluss des fließenden motorisierten Verkehrs für den gesamten Bereich der Salzwedeler Altstadt. „Dies ist der einzige Abschnitt, in dem sie beidseitig befahrbar ist.“

Eine komplizierte Situation im Bereich der Kreuzung Neuperverstraße/Große-St.-Ilsenstraße/Wollweberstraße mit unter anderem unterschiedlicher Verkehrsfreigabe für Radfahrende, Linksabbieger im Bereich gleichberechtigter Straßen binde in diesem Bereich in hohem Maße bereits die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer, erklärt Köhler.

Hinzu komme, dass mit der Sondernutzung der Salzwedeler Innenstadt zwei gebührenfreie Parkplätze entzogen würden, „die nach dem Verkehrsentwicklungskonzept, beschlossen durch die städtischen Gremien, dort vorgesehen sind und bereits selbst einer Belebung der Innenstadt dienen sollen“, informiert der Pressesprecher der Stadt Salzwedel.

Dass dies erfolge, zeige die mit dem Verkehrsentwicklungskonzept vorgelegte Auslastungsbetrachtung, wonach dieser Bereich, als einer der wenigen, durchweg eine hohe Auslastung erfahre. „Diese Parkplätze dienen objektiv in diesem Bereich vor allem den Kunden zweier Bankfilialen und nicht zuletzt dem Standort des Cafés“, teilt Andreas Köhler abschließend mit.

„Ich habe kein Verständnis dafür“, sagt Rosemarie Lehmann zur Antwort der Stadt Salzwedel. Und weiter: „Es sind in dem Bereich genügend Parkplätze vorhanden, sowohl vor der Bankfiliale als auch auf der anderen Seite, wo sich das Café befindet.“

Auch interessant

Kommentare