Einnahmen durch Melderegisterauskünfte bei der Stadt / Sperren sind jederzeit möglich

Stadt Salzwedel bekommt sechs Euro pro verkaufter Adresse

+
Die Häufigkeit von Melderegisterauskünften ist in der Hansestadt leicht ansteigend. Eine Auskunfts- und Übermittlungssperre gegen den Verkauf der eigenen Adresse sei jederzeit möglich.

Salzwedel. „Klassentreffen sind der Klassiker unter den Anfragen“, erklärt Ordnungsamtsleiter Olaf Meining, wenn es um Melderegisterauskünfte im Einwohnermeldeamt geht. Mit diesen Auskünften von Adressen von Einwohnern nimmt die Stadt Geld ein.

Sechs Euro plus 62 Cent Portokosten sind pro Anfrage fällig. „Private Anfragen, wenn etwa ein Klassentreffen ansteht, kommen häufig vor. Wenn die Leute aber erfahren, dass sie Gebühren bezahlen müssen, winken sie doch meist ab“, so Meining. Nur rund zehn bis 15 Leuten sei es das Geld nach einer so genannten einfachen Melderegisterauskunft wert.

Deutlich häufiger seien die Anfragen von Adressbuchverlagen, Kirchen, Nachlassverwaltern oder Banken. 200 bis 300 gebe es davon im Jahr, so nimmt die Stadt zirka 1300 bis 2000 Euro im Jahr ein. In Stendal spülen die Anfragen dagegen deutlich mehr Geld in die Stadtkassen. Dort sind es jährlich Einnahmen von rund 120 000 Euro – bei rund 400 Anfragen pro Monat.

Eine einfache Melderegisterauskunft beinhalte lediglich den Vor- und Zunamen, Doktorgrad sowie die aktuelle Adresse der Person. Erweiterte Auskünfte können dagegen beispielsweise auch über das Geburtsdatum, Familienstand, Ein- oder Auszug, frühere Anschriften oder frühere Familiennamen informieren und kosten neun Euro.

„Dafür muss aber ein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden“, erklärt Meining. Diese Anfragen seien eher selten und würden beispielsweise von Anwälten gestellt werden.

Rein rechtlich ist es erlaubt, Adressen weiterzugeben. „Es ist generell ein leichter Anstieg der Melderegisterauskünfte zu verzeichnen“, berichtet Meining und weist auf eine Übermittlungssperre hin, die jederzeit im Einwohnermeldeamt eingerichtet werden kann. „Das ist auch schon bei der Anmeldung im Einwohnermeldeamt möglich.“ Dazu müsse nur ein Formular ausgefüllt werden, eine Begründung braucht es dabei nicht. Die ist nur bei einer besonderen Auskunftssperre nötig, gerechtfertigt durch eine Gefahr für Leben, Gesundheit oder persönliche Freiheit. Diese Anträge müssten nach Ablauf von zwei Jahren wieder erneut gestellt werden. Ein einfacher Antrag auf Auskunfts- und Übermittlungssperrre sei dagegen unbefristet, so Meining.

Von Birte Grote

Lesen Sie mehr Lokalnachrichten im E-Paper und in der Printausgabe der Salzwedeler Altmark-Zeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare