Landesgesundheitsministerium übernimmt Koordination der Bekämpfung

Spinner: Seehausen als Blaupause

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Im Fokus des Interesses: Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne.

Altmark. Nun ist es raus: Das Landesgesundheitsministerium soll den Kommunen bei der Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner-Plage zur Seite stehen und spätestens 2019 soll alles besser laufen, versprach Ministerin Petra Grimm-Benne (SPD) gestern in der Landespressekonferenz.

Bisher stand stets das Umweltministerium im Fokus der Diskussion. Doch das gehe nur der Landeswald etwas an, erklärte Ministerin Claudia Dalbert (Grüne) stets.

Das Zuständigkeitswirrwarr sei von den Betroffenen zu Recht beklagt worden, erklärte Grimm-Benne. Da durch den Schädling nicht nur die Bäume, sondern auch die Gesundheit der Menschen bedroht sei, habe ihr Ressort nun die Koordination übernommen. Bei den getrennten Zuständigkeiten (Land, Kommunen, Privatleute) bleibe es aber, betonte sie. Die Landkreise wollten auch nicht, dass man ihnen diese Verantwortung abnehme. Sie blieben erste Ansprechpartner.

Besonders betroffene Kommunen können von einem gestern vom Kabinett beschlossenen Maßnahmepaket profitieren. Kernpunkt: Das Land übernimmt 90 Prozent der Kosten für das Absaugen der Gespinste. Die Schädlingsbekämpfung aus der Luft sei in diesem Jahr nicht mehr möglich. Die hatte bisher auch nicht das erhoffte Resultat erzielt. 2019 stehen zwei Millionen Euro zusätzlich bereit. Dann soll auch ein anderes Mittel eingesetzt werden, mit dem Brandenburg bereits gute Erfahrungen gemacht habe.

Dass sich die Landesregierung plötzlich so intensiv mit dem Thema befasst, ist kein Zufall. Den Stein ins Rollen brachte wohl die Selbstanzeige von Seehausens Bürgermeister Rüdiger Kloth (CDU), nachdem ein Mädchen eine schwere allergische Reaktion erlitten hatte (AZ berichtete). In der altmärkischen Verbandsgemeinde sei das Problem besonders akut, gestand Grimm-Benne ein, denn: „Dort gibt es mehr Eichen als Menschen.“ Seehausen soll nun die landesweite Blaupause für die Bekämpfung des Problems werden. Donnerstag trifft sich dort eine interministerielle Arbeitsgruppe.

Von Christian Wohlt

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