Pech für Glücksspielbranche

Spielhallen müssen in Sachsen-Anhalt geschlossen bleiben

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Betreiber von Spielhallen befürchten ihr baldiges Bankrott aufgrund der Schließungen. Foto: dpa

Magdeburg/Altmark – „Wann und unter welchen Bedingungen können wir wieder loslegen?“ Diese Frage bewegt derzeit viele Branchen.

Nur wenige halten die Änderung der fünften Eindämmungsverordnung, mit der Hotel- und Gastronomiebetriebe unter bestimmten Voraussetzungen wieder öffnen dürfen, für den großen Wurf. Umstritten sind besonders bürokratische Genehmigungsregeln. Andere Einrichtungen bleiben weiter komplett geschlossen.

In der vergangenen Woche hatte der Schaustellerverband Alarm geschlagen und sich mit einer dringenden Bitte um finanzielle Hilfe an die Landesregierung gewandt (AZ berichtete). Nun melden sich auch die Glücksspielunternehmer zu Wort. In einem Schreiben an Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) fordern sie eine klare Perspektive für die Wiederaufnahme ihres Betriebes.

„Mit jedem Tag, der geschlossen ist, sind wir dem Bankrott ein Stück näher“, klagt Jens Kirschner, der verschiedene Spielhallen, unter anderem in Stendal, betreibt. Mehr als ein Dutzend derartiger Einrichtungen gebe es altmarkweit. Alle stünden wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Strenge Hygieneregeln seien für seine Branche kein Problem. „Es ist ohnehin einen Abstand von drei Metern zwischen den Automaten vorgeschrieben“, sagt Kirschner. Alkoholausschank sei verboten, Essen ebenfalls tabu.

Die jetzige Situation führe dazu, dass illegale Spielangebote im Internet Konjunktur hätten, weiß der Unternehmer. Außerdem entstünde für die Kommunen durch den Ausfall von Steuern ein erheblicher Einnahmeverlust. Umso unverständlicher sei es, dass Sachsen-Anhalt, im Gegensatz zu anderen Bundesländern, den Spielhallenbetrieb nicht wieder erlaubt. „Das Kabinett wird sich am Dienstag darüber verständigen, welche Lockerungen perspektivisch erfolgen sollen“, so Ute Albersmann, Pressesprecherin des Gesundheitsministeriums.

VON CHRISTIAN WOHLT

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