Spaziergang der CO2-Gegner

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BI-Sprecher Lothar Lehmann konnte gestern rund 60 Interessierte zum CO2-Spaziergang begrüßen. An der Verpressungsanlage gab es Aktionen, Gespräche, Kaffee und Kuchen.

Maxdorf - Von Ulrike Meineke . Das Wetter hätte besser nicht sein können, auch wenn der Anlass für den Sonntagsspaziergang ein unschöner war: Rund 60 Gegner der CO2-Verpressung machten sich gestern Nachmittag auf, um von der Maxdorfer Kirche zur Verpressungsanlage zu laufen und dort mit einer weiteren Aktion gegen die geplante Kohlendioxidverpressung mobil zu machen. Es war der zweite so genannte CO2-Spaziergang, zu dem BI-Sprecher Lothar Lehmann nunmehr die doppelte Anzahl Teilnehmer im Vergleich zur Premiere begrüßten konnte.

Mit Wienhold Weber und Gerald Krappmann hatten sich die Bürgerinitiativler zwei ehemalige Erdgaskumpel eingeladen, die einiges Wissenswerte zur Diskussion an der Anlage beitragen konnten. So sagte Krappmann, dass der Untergrund des Speichers von Säure zerfressen sei sowie Spalten und Löcher habe. „Und genau da steigt das CO2 aus!“ Niemand wisse, wie die in dem alten Erdgasspeicher noch vorhandene Salzsäure und die Gifte mit Kohlendioxid reagieren werden. „Nicht umsonst haben die Texaner dies aufgegeben“, hieß es weiter.

Auch das seit 1984 verpresste Lagerstättenwasser war gestern ein Thema. Lothar Lehmann wertete noch einmal die Hubschrauberaktionen an den vergangenen Tagen aus (wir berichteten), die Daten zur Bodenbeschaffenheit, zur Grundwasser-Mineralisierung, zu magnetischen und elektrischen Werten und den Bodenschichten liefern sollen. Und er erinnerte an die vier Erdbeben, die es in der Altmark aufgrund der Erdgasförderung und Lagerstättenwasserverpressung schon gegeben haben soll. „Der Boden senkt sich, es ist Bewegung im Untergrund“, mahnte er.

Erwartungsvoll blicken die Bürgerinitiative und viele Menschen aus Maxdorf und der Umgebung auf den 30. Juni. Bis dahin wird entschieden, ob es mit dem CCS-Unterlassungsgesetz ein Nein zur CO2-Verpressung geben wird. Andernfalls wird mit CCS das Verpressen von Kohlendioxid in allen EU-Ländern ermöglicht.

In Maxdorf sollen zunächst 100 000 Tonnen CO2 aus einem Kohlekraftwerk in der Lausitz verpresst und unter Druck dadurch Restmengen Erdgas gefördert werden.

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