Soweit die Füße tragen

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Die Musik wurde sichtbar, auch wenn die Tanzschritte oft viel lauter waren als die Töne aus der Retorte. Das Publikum erlebte ein Feuerwerk aus Dynamik, Bewegung und Emotion.

Salzwedel - Von Bernd Zahn . Glitzernd wie die Scheinwerfer auf der Bühne ist die Historie der „Broadway Dance Company“ und der „Dance Factory Dublin“. Am Donnerstagabend im fast ausverkauften Kulturhaus konnten sich die zahlreichen Besucher davon einen imposanten Eindruck verschaffen. Aus vielen Nationen rekrutieren sich die Darsteller, und sie sangen, spielten und tanzten begeistert, als würde es kein Morgen mehr geben. So, als müssten sie noch jene gewinnen, die ohnehin schon als Freunde des Tanzes gekommen waren.

Flink, wie einst Paganini der Teufelsgeiger spielte, schwirrten die Tänzerinnen über die Bretter, die die Welt bedeuten. Vom klassischen Ballett mit feinem Plie´ („Schwanensee“) über den irischen Volkstanz bis zu Szenen aus „Lord of the Dance“ reichten die Tanzformen des Abends. Der schnelle Wechsel der Szenen war es wohl auch, der die gebotene Leistung so besonders machte. Jenes permanente Licht und Tanzspiel zwischen bestem Entertainment und hohem Anspruch.

Elektrisierendes Rundum- Theater, das auch die Salzwedeler so magisch fesselte, wenn Liam Caputo, der italienische Stepptänzer, mit den Füßen so schnell agierte wie ein Rennpferd auf der Traprennbahn beim Zieleinlauf. Das war Tanz in seiner faszinierenden Vielfalt, ein Feuerwerk aus Dynamik, Bewegung und Emotion, mit Solisten von Weltrang.

Der Tanz als universelle Weltsprache, die jeder verstehen kann, wurde hier versucht, praktisch in die Tat umzusetzen, was nicht immer gelang. Das laute Klackern der Irish-Dance- Schuhe erinnerte an einen flotten Ritt entlang des Ufers des Shannon, der Irland von Nord nach Süd durchläuft. Wild, schnell und ungestüm wie das weite raue Land, das am Donnerstag seinen Nationalfeiertag, den St. Patrick´s Day, beging.

Die Musik wurde sichtbar, wenn auch die melodischen Tanzschritte oft viel lauter waren als die erklingende Musik aus der Retorte. Das Preis-Leistungs-Verhältnis gestaltete sich getrübt, da viele Besucher nicht in der Lage waren, von den mittleren und hinteren Plätzen wirklich entspannt das Geschehen auf der Bühne zu sehen, als es hieß: „Night of the Dance“! Stehende Ovationen, lauten und langen Applaus gab es für das internationale Ensemble trotzdem.

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