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Sonnige Einnahmen für die Stadt in Sicht

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Von: Holger Benecke

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Bei Ritze ist im sogenannten Reservebogen ein Solarpark an der Amerika-Linie geplant. Der Ortschaftsrat hat sich bereits dafür ausgesprochen. © Benecke, Holger

Nachdem voraussichtlich im November der Solarpark „Fuchsberg II“ (rund zehn Hektar) neben die bereits bestehende 20-Hektar-Anlage gebaut werden soll, rüsten nun die um die Kernstadt Salzwedel liegenden Orte solartechnisch auf. Der Stadtrat hatte im vergangenen Jahr grünes Licht für eine etwa 85 Hektar große Anlage bei Maxdorf gegeben, die die Tier- und Saatzucht Mahlsdorf GmbH errichten will.

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Bei Rockenthin sollen Paneele entlang der Amerika-Linie aufgestellt werden. Noch hat sich der Ortschaftsrat zu keinem Votum durchringen können. © Stadt Salzwedel

Rockenthin/Ritze - Nun ziehen auch andere Dörfer nach. Die Chüdener diskutieren während ihrer Ortschaftsratssitzung am Donnerstag, 10. Februar, ab 20 Uhr im Ritzer Dorfgemeinschaftshaus über das Vorhaben der Altus AG. Das Karlsruher Unternehmen will an der Amerika-Linie einen rund zwölf Hektar großen Solarpark bauen.

Die Dörfer ziehen nach

Die Altus AG, die bereits einen Solarpark bei Lohne gebaut hat und diesen auch betreibt, gehört jeweils zur Hälfte der Stadt Mainz und zur anderen Hälfte der Stadt Wiesbaden. Ihr Ritzer Vorhaben haben Vertreter bereits im August dem Ortschaftsrat vorgestellt. Und dort fiel ein Solarpark an der Bahn auf fruchtbaren Boden. Die Anlage soll südlich der Amerika-Linie in den sogenannten Reservebogen gebaut werden.

Bei Ritze im Reservebogen

Der Reservebogen wurde einst als Bahnanlage – konkret als Auffangstrecke für Güterzüge – konzipiert, jedoch nur zu einem kleinen Teil gebaut. Südwestlich grenzt der Reserveboden und damit der künftige Solarpark direkt an die Kleingartensparte „Hilgenholz“ und das Ehrenmal an der Ritzer Brücke. Von beidem soll es aber durch Bäume und Büsche keine Sicht auf die Solarpaneele, die südwärts ausgerichtet werden sollen, geben.

Pläne müssen geändert werden

Zwei weitere kleine Flächen (je 0,7 Hektar) für Solartische sind zischen der Amerika-Linie und der Kreisstraße 1002 rechts und links der dortigen Brücke geplant.

Um das Vorhaben umsetzen zu können, müssen der Flächennutzungsplan geändert und ein vorhabenbezogener Bebauungsplan vom Stadtrat genehmigt werden. Weiterhin muss zwischen der alten Hansestadt und der Altus AG ein sogenannter städtebaulicher Vorvertrag vereinbart werden.

In Rockenthin an der Amerika-Linie

Gleiches gilt auch in Rockenthin. Dort plant die Kölner Wattner AG eine ebenfalls rund zwölf Hektar große Anlage – auch an der Amerika-Linie. Das ist erneut Thema im Andorfer Ortschaftsrat, der am Dienstag, 22. Februar, ab 19 Uhr im Rockenthiner Dorfgemeinschaftshaus zusammentritt.

Der Solarpark, der einmal 23 Megawatt liefern soll, war bereits im vergangenen Juli Thema im dazu äußerst gut besuchten Ortschaftsrat. Einige Rockenthiner hatten Bedenken wegen der Nähe zum Dorf – rund 200 Meter – geäußert. Allerdings solle mit dem Ausbau der Amerika-Linie (Stichwort zweites Gleis) dort auch eine zwei Meter hohe Schallschutzwand entstehen, die auch die Sicht auf den Solarpark verdecke, waren die Gegenargumente. Zu einem Votum ist es bislang noch nicht gekommen.

Wie wird das Stromgeld verteilt?

Was in Sachen Solarpark alle eint, ist die Frage nach dem zu erwartenden Geld. Ist inzwischen zwar geregelt, dass die Kommunen 0,2 Cent je Kilowattstunde kassieren können, so treibt die Dörfler die Tatsache um, dass alles in die Stadtkasse aber nicht in ihre Orte fließt. Nämlich dorthin, wo die Menschen mit den Anlagen leben müssen.

Noch keine Signale aus dem Stadtrat

Und die haben von den sonnigen Einnahmen der Stadt dann nichts, bekommen weiterhin nur ihr Ortsbudget von 1000 Euro. Altus verspricht der Kommune – als der Stadt Salzwedel – aber jährlich 30 000 Euro. Wattner-Vertreter hatten in Rockenthin von möglichen 40 000 Euro gesprochen.

Ob überhaupt etwas und wenn ja, wie viel, an die betroffenen Dörfer weitergereicht wird, das müsse der Stadtrat entscheiden, hieß es immer wieder. Doch noch sind von dort in dieser Richtung keine Signale gekommen.

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