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Sonnenstudio in Salzwedel von der Energiekrise bisher nicht direkt betroffen

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Von: Christian Reuter

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Sonnenbank und Frau
Anja Heins betreibt das Sonnenstudio in Salzwedel. Allerdings können auch fünf Monate nach der Eröffnung des Standortes an der Arendseer Straße nur zwei der vier Sonnenbänke den Kunden angeboten werden. Grund dafür ist, dass es Lieferschwierigkeiten bei einem Schaltkasten für den notwendigen Starkstrom gab. © Christian Reuter

Von der Energiekrise sind inzwischen viele Unternehmen betroffen. Vor allem natürlich diejenigen, die große Mengen an Energie verbrauchen. Das dürfte auch in einem Sonnenstudio der Fall sein, schließlich funktionieren die Sonnenbänke nur mit Strom. Doch wie sieht die Situation dort tatsächlich aus? Die AZ fragte im Sonnenstudio Salzwedel nach, dem einzigen im Umkreis von etwa 50 Kilometern.

Salzwedel. „Von der Energiekrise haben wir noch nicht viel gemerkt“, sagt Anja Heins, die seit 2016 das Sonnenstudio betreibt. Bisher sei vom Energieversorger Avacon noch keine Preiserhöhung für den Strom angekündigt worden. Zudem bestehe ein Zwei-Jahres-Vertrag, der noch bis Mai 2024 gelte.

Ohne Probleme läuft der Betrieb des Sonnenstudios deshalb aber nicht. Denn seitdem das Solarium im Mai dieses Jahres an den neuen Standort an der Arendseer Straße umgezogen ist, könne es immer noch nicht voll ausgelastet werden, erklärt Heins. Und sie ergänzt: „Wir brauchen für den Betrieb der Sonnenbänke Starkstrom und haben erst im Juni bei einem Probelauf gemerkt, dass der Strom nicht für alle Mieter im Gebäude ausreicht.“ Würden sie trotzdem alle vier Sonnenbänke betreiben, würde sofort die Sicherung herausfliegen.

Das notwendige Starkstromkabel sei von der Avacon schnell verlegt worden, aber beim Schaltkasten habe es Lieferschwierigkeiten gegeben, berichtet die 52-Jährige. Zwölf Wochen habe sie auf das Teil warten müssen, erst am Montag sei es eingebaut worden. „Doch jetzt müssen wir noch auf die Zuschaltung warten“, sagt Heins, die darauf hofft, dass dies nicht mehr so lange dauert.

„Denn dadurch, dass wir statt vier nur zwei Sonnenbänke betreiben können, verlieren wir viele Kunden und haben damit auch weniger Einnahmen.“ Die Liegezeit auf der Sonnenbank betrage durchschnittlich immerhin 20 Minuten. Und etliche Kunden seien nicht bereit, solange zu warten, bis wieder eine Bank frei ist. Am alten Standort an der Buchenallee habe es noch neun Sonnenbänke gegeben. „Wir haben uns ganz bewusst verkleinert, das hat aber nichts mit der Energiekrise zu tun“, erläutert die Inhaberin. Dass nun aber statt vier nur zwei Sonnenbänke von den Kunden genutzt werden könnten, sei so natürlich nicht vorgesehen gewesen. Diese unbefriedigende Situation solle nun aber bald ein Ende haben.

Übrigens sei das Sonnenstudio in Salzwedel das einzige im Umkreis von rund 50 Kilometern, das nächste gebe es erst wieder in Uelzen. Die Studios in Dannenberg und Gardelegen seien geschlossen worden. Durch die Corona-Zeit sei man relativ gut gekommen, denn im Unterschied zu vielen anderen Betrieben und Läden durften Sonnenstudios in Sachsen-Anhalt geöffnet bleiben, blickt Heins zurück.

Zurück zur Energiekrise und dem Thema Energie sparen. Ist das in einem Sonnenstudio überhaupt möglich? „Ja, wir sparen beim Licht“, teilt die 52-Jährige mit. So seien bereits einige Lampen im Studio auf LED umgestellt worden. Der Vermieter wolle noch die komplette Beleuchtung im Gebäude auf LED umrüsten. Und die Leuchtreklame für das Sonnenstudio laufe nun im Winter nicht mehr von 16 Uhr am Nachmittag bis 5 Uhr am Morgen, sondern nur noch von 16 bis 20 Uhr. Bei den Sonnenbänken selbst könne hingegen keine Energie gespart werden. Was aber auch einen Vorteil habe: „Wir haben keine Heizung in unseren Räumen. Wir heizen mit den Sonnenbänken“, sagt Anja Heins. Eine sehr alternative Form des Heizens, die für Otto Normalverbraucher ganz klar nicht zu empfehlen ist.

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