Erste solar- und biomassebetriebene Reihenhausanlage

Sonnenenergie macht Schule

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Architekt Carsten Brückner plant für Salzwedel die erste Reihenhausanlage, die nur über Sonnenenergie und Biomasse beheizt werden soll. Geplant sind acht Häuser samt Garagen.

Salzwedel. Für die Hansestadt ist erstmals eine Reihenhausanlage in Planung, die ausschließlich über Sonnenenergie und Biomasse beheizt werden soll. Die Idee dazu kam dem Salzwedeler Architekten Carsten Brückner während eines „Sonnenhaus“-Seminars.

Auf dieser Weiterbildung erfuhr der 54-Jährige, dass deutschlandweit bereits 800 so genannte Sonnenhäuser gebaut wurden. Für das heimische Projekt hat die Stadt ein knapp 3000 Quadratmeter großes Grundstück an der Braunschweiger Straße (vor dem neuen Wohngebiet Richtung Sienauer Weg) bis Ende 2013 reserviert.

„Dort sind noch mehrere Grundstücke frei, eins davon habe ich nun beplant“, erklärt der Architekt im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Ursprünglich sah der städtische Bebauungsplan für dieses Gebiet eine mehrgeschossige Wohnbebauung vor. Nach einer entsprechenden Änderung sind die Reihenhäuser nun zulässig.

Warum Reihenhäuser? „Wir wollen günstige Baupreise, damit sich junge Familien das Bauen leisten können“, erklärt Brückner. Ein normales Einfamilienhaus koste rund 200 000 Euro, für ein Reihenhaus würden etwa 160 000 Euro Baukosten kalkuliert. Beim Innenausbau sei viel Eigenleistung möglich. Hintergrund der Idee: Die Heiztechnik für die Sonnenhäuser ist teuer. Für ein normales Einfamilienhaus werden für die Wärmeerzeugung 10 000 Euro kalkuliert. Die Sonnenhaus-Technik kostet etwa 50 000 Euro. Wesentlich günstiger sieht dieser Part aus, wenn man für alle geplanten acht Reihenhäuser eine Wärmeerzeugungsanlage baut, die dann etwa 100 000 Euro kosten wird. Hinzu kommt laut Brückner noch eine Pelletheizung für 15 000 bis 20 000 Euro.

Sonnenhäuser funktionieren überwiegend solarbetrieben: 50 Prozent der insgesamt benötigen Heizenergie wird über Solar erzeugt, der Rest über eine Biomasse-, in diesem Fall eine Pelletheizung.

„Momentan befinden wir uns in der Planungs- und Preisfindungsphase“, so Carsten Brückner. Insbesondere gehe es dabei um die Dimensionierung der Solaranlage. Eines der acht Häuser, die rund 130 Quadratmeter Wohnfläche haben und die es in verschiedenen Varianten gibt, ist bereits reserviert. Wenn vier Häuser verkauft sind, werde mit dem Bau der Anlage begonnen.

Das Salzwedeler Projekt soll auch anderswo Schule machen: „Wenn wir das einmal durchkalkuliert haben, wollen wir diese zukunftsweisende Technologie auch in anderen Städten der Altmark anbieten“.

Von Ulrike Meineke

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