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So kann schon mit kleinen Schritten Energie gespart werden

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Von: Lydia Zahn

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Christian Plettner ist Schornsteinfegermeister und ausgebildeter Energieberater. © Zahn, Lydia

Schornsteinfegermeister und ausgebildeter Energieberater Christian Plettner verrät, wie sich ohne allzu großen Kostenaufwand Energie sparen lässt. Regelbare Thermostatventile seien beispielsweise ein guter Anfang.

Salzwedel – Die Politik, wie etwa in Person von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), ruft angesichts der angespannten Situation schon seit Längerem zum Energiesparen auf. Doch wie spart man eigentlich effizient Energie? Die Frage wird wichtiger, rücken die kälteren Monate doch immer näher. Die AZ hat bei Schornsteinfegermeister Christian Plettner nachgefragt.

Der Mann in Schwarz hat neben seinem Meistertitel auch die Ausbildung zum Energieberater absolviert. Auf die Frage, wie sich unkompliziert und kostengünstig Energie sparen lässt, antwortet Plettner mit einem Satz: „Im Endeffekt bestimmt die Bauhülle den Energiebedarf.“ Neben dem baulichen Zustand und dem Alter des Gebäudes spielt auch die Art der Heizung eine Rolle und wie diese auf die Gegebenheiten angepasst ist. Dazu kommen natürlich noch Aspekte wie Dach, Dämmung und Fenster. Daran mal eben Veränderungen beziehungsweise Verbesserungen durchzuführen oder gar die Heizung auszutauschen, ist nicht einfach mal so gemacht. Muss es aber auch gar nicht. Plettner spricht in diesem Zusammenhang von großen Schritten.

Kleine Schritte sind ebenfalls möglich und kosten weniger Zeit und Geld. Angefangen bei der Heizkurve. Diese zeigt vereinfacht gesagt die zum Heizkreis zugehörige Vorlauftemperatur. „Eine kleinere Heizkurve ist besser, die Umstellung kann schon etwas ausmachen, sollte aber nur von einem Fachmann ausgeführt werden“, erklärt der Schornsteinfegermeister. Außerdem kann die Normtemperatur – die in Wohnräumen bei 21 Grad, im Badezimmer bei 23, im Schlafzimmer zwischen 15 und 17 sowie in der Küche bei 19 bis 20 Grad Celsius liegt – getrost um einen Grad gesenkt werden, ohne dass es einen großen Unterschied für das Wohlbefinden macht.

Beim Licht sei nicht viel zu machen, führt Plettner weiter aus. Das würde beim gesamten Verbrauch gerade einmal vier bis sechs Prozent bei einem privaten Haushalt ausmachen. Die größten Energiefresser sind Kühlung und Heizung. Den Kühlschrank durch ein moderneres Gerät zu ersetzen, kann also ebenfalls etwas an der Abrechnung ändern.

Apropos austauschen: Eine neue Heizwasserpumpe spart Energie, da diese sich im Vergleich zu alten Modellen selbst regeln kann. Das heißt, sie schaltet sich selbstständig hoch oder runter, passt sich dem aktuellen Bedarf an. Doch aufgepasst: Die neue Technik ist nicht überall verträglich. „Bei Heizkesseln ist es zu 99,5 Prozent kein Problem. Bei Warmwasserthermen ist das schwierig. Deshalb sollte mit dem Installateur Rücksprache gehalten werden“, betont Plettner.

Außerdem gibt er den Tipp, dass Zirkulationspumpen mit einer Zeitschaltuhr geregelt sein sollten. Zum Hintergrund: Eine Zirkulationspumpe sorgt dafür, dass das warme Wasser immer bereitsteht. Da das aber nicht immer gebraucht wird, kann durch eine Zeitschaltuhr gesteuert werden, wann die Pumpe arbeitet. Was noch reduziert werden kann, ist die Warmwasserbrauchtemperatur. Liegt diese unter 55 Grad, sollte einmal in der Woche eine thermische Desinfektion durchgeführt werden, um Legionellen zu vermeiden. „Jeder Grad, um den das Wasser wärmer gemacht wird, kostet richtig Energie“, erklärt der Schornsteinfegermeister.

Ein weiterer Schritt, der ganz einfach umzusetzen ist: das Säubern der Thermostatventile – die Temperaturregler am Heizkörper. Dadurch wird die gemessene Temperatur genauer und die Heizung kann präziser reagieren. Noch effizienter ist es, vor allem bei älteren Reglern, diese durch regelbare Thermostatventile zu ersetzen. Sie fungieren dann ähnlich wie eine Zeitschaltuhr.

„Das sind keine riesigen Investitionen, können aber einen Unterschied machen“, fasst Plettner zusammen.

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