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Skeptikerin Anna Maslock erzählt, warum sie sich immunisieren ließ

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Von: Ulrike Meineke

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Anna Maslock hatte „keine Lust auf Auseinandersetzungen“, warum sie sich nicht impfen lasse. Sie wollte wieder am „normalen Pandemie-Leben“ teilhaben. Deshalb ließ sie sich schließlich doch impfen. Corona bekam sie trotzdem – wie so viele. Die junge Mutter bleibt skeptisch. Das Impfen sieht sie als „freiwilligen Zwang“. © Meineke, Ulrike

Impfgegnerin Anna Maslock hat sich bis zum Schluss gewehrt, es dann aber doch getan. Im AZ-Gespräch berichtet die junge Mutter aus Salzwedel von ihren Beweggründen und warum sie nach wie vor skeptisch ist.

Salzwedel – Bei den Impfgegnern gibt es solche und solche. Anna Maslock gehört zu jenen, die das Corona-Impfen als „freiwilligen Zwang“ sehen. Sie hat es getan, damit sie nicht länger vom „normalen Leben“ ausgeschlossen wird. Zwei Impfungen hat die 28-jährige Erzieherin, eine dritte will sie nicht. „Es sei denn, ich werde gezwungen.“

„Ich sah ein hohes Risiko für mich“

Bis zum Schluss habe sie sich gewehrt, erzählt die alleinerziehende Mutter zweier Töchter. Sie hatte einfach Angst davor, was die Impfung mit ihr machen würde. Aufgrund ihrer familiären Vorgeschichte habe sie ein Thrombose-Risiko. Die junge Mutter berichtet von ihrem an Lungenkrebs erkrankten Vater, von der Mutter, die eine Gehirnblutung hatte. „Ich habe ein hohes Risiko für mich gesehen.“

„Tägliches Testen kostet Zeit und Geld“

Andererseits sei sie im Zweifel gewesen. Was, wenn ich an Corona erkranke und meine Familie anstecke? Was, wenn die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt? Was könnte Corona mit den Töchtern Helena (6 Jahre) und Hanna (2) machen?

Das tägliche Testen nervte die Salzwedelerin. „Das kostete Zeit und Geld“, erklärt Anna Maslock, die als Erzieherin in einer Kita arbeitet. Wenn sie bei Freizeitaktivitäten ihrer Kinder dabei sein wollte, musste sie einen Test vorlegen. Beim Schwimmen durfte sie ungeimpft gar nicht dabei sein.

Um wieder am normalen Leben in der Pandemie teilnehmen und auch, um ihre Mutter in der Klinik besuchen zu können, ließ sich die 28-Jährige schließlich doch impfen. Drei Monate nach ihrer zweiten Impfung bekam sie Corona. Ob der relativ milde Verlauf mit leichtem Fieber und Schüttelfrost auf die Immunisierung zurückzuführen ist, darüber könne trefflich spekuliert werden. Auch darüber, ob ihre Anfälligkeit für Erkältungen mit den Impfungen zusammenhängt, macht sich die junge Mutter nun Gedanken. Vorher sei ihr Immunsystem immer stark gewesen. Jetzt sei sie häufiger krank.

„Es sei denn, der Impfzwang kommt“

Damals, so sagt sie rückblickend, hatte man gedacht, dass man nach einer Impfung immun gegen das Virus ist. Jetzt wisse man, dass das nicht stimmt. Und auch, wer an Corona erkrankt war, ist nicht davor geschützt, wieder zu erkranken. „Das alles konnte man damals nicht wissen“, schränkt die nach wie vor skeptische Frau ein. Aber boostern werde sie sich nicht lassen. „Es sei denn, auch für meine Berufsgruppe kommt der Impfzwang. Ich brauche meinen Job.“

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