Kommentar zur Gerichtsverhandlung gegen 80-jährige Schnöggersburg-Betreterin

Sinn macht das eher nicht

+
(Symbolbild)

Da steht eine 80-Jährige wegen Hausfriedensbruchs vor Gericht, weil sie die Bundeswehr-Übungsstadt Schnöggersburg in der Colbitz-Letzlinger Heide betreten hat.

Sie beteuert, wie andere Friedensaktivisten vor ihr auch schon, dass sie sich mit Absicht hat festnehmen lassen, um angeklagt zu werden. Vor Gericht hält sie so lange einen Monolog über Schnöggersburg als „Ort der Schande“ und darüber, dass Soldaten mit Lügen in Kriege gelockt und in der Heide Kriegsverbrechen vorbereitet werden, bis es dem Richter reicht. Er hat schließlich noch mehr zu tun. Vor allem Wichtigeres.

Es ist wenig rechtsstaatlich, in der Hoffnung auf die eigene Haftunfähigkeit Gesetzesverstöße zu begehen. Die Einzige, die in Schnöggersburg kriminell ist, ist die Seniorin selbst.

Und zu ihrer Mission – deutsche Soldaten nehmen heutzutage an Friedensmissionen und nicht mehr an Eroberungskriegen teil. Mit ihrer Aktion erweist die Aktivistin dem Weltfrieden einen Bärendienst.

Und wenn sie schon Publicity will: Warum demonstriert sie nicht in Berlin vor dem Bundestag? Dort wird über Auslandseinsätze entschieden. In Schnöggersburg werden die Soldaten nur darauf vorbereitet, und das kann die Rentnerin nicht wirklich falsch finden.

Es gibt viele Angebote für betagte Menschen, Sinnvolles zu tun in unserer Gesellschaft, in der das Ehrenamt immer wichtiger wird. Friedliebende Menschen, die gegen Recht und Gesetz verstoßen und Richter sinnfrei beschäftigen, machen sich – außer unter Ihresgleichen – unglaubwürdig und irgendwie auch lächerlich.

Von Ulrike Meineke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare