Husky Keanu überlebt Martyrium nur knapp / Schwester Snow bleibt unversehrt / Täter unbekannt

„Sie wollten den Schädel spalten“

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Unter Schock: Andrea Mortschin mit ihren Huskys Snow (vorn) und Keanu. Snow ist nichts passiert. Keanu hingegen wurde mit großer Wahrscheinlichkeit von Unbekannten misshandelt. Er wurde blutüberströmt, mit offenem Schädel und einer Kälberschlinge um den Hals gefunden.

Kuhfelde. Es ist Donnerstagmittag gegen 12. 30 Uhr. Der Kuhfelder Heiko Sührig will zusammen mit einem Freund kurz ein paar Wege erledigen. Er macht die Hoftür – so wie jedes Mal – mit zwei Riegeln hinter sich zu.

Als er gegen 14 Uhr nach Hause kommt, steht das Tor offen und seine beiden Huskys Keanu und Snow sind verschwunden. „Das ist nicht ihre Art. Wir haben sie so erzogen, dass sie nicht wegrennen“, weiß Heiko Sührig und erinnert sich an das mulmige Gefühl, dass ihn beschleicht.

Sofort alamiert er seine Lebensgefährtin Andrea Mortschin. Diese startet einen Aufruf bei Facebook. „Wer hat Snow und Keanu gesehen?“ fragt sie im sozialen Netzwerk. Nur kurze Zeit später melden sich die ersten Anwohner und wollen helfen, die im ganzen Dorf beliebten Tiere zu suchen. Zunächst verläuft die Suche ohne Erfolg. Doch dann ruft eine Bekannte des Paares an.

„Kommt schnell“ sagt sie am Telefon, „Keanu liegt mit offenem Schädel vor meiner Tür. Alles ist voller Blut!“ Heiko Sührig fährt sofort los, schnappt sich den total entkräfteten Hund und bringt ihm zum Tierarzt. Um seinen Hals trägt der Husky eine festgezogene Kälberschlinge. „Ich habe die Schädeldecke gesehen. Wenn ich nicht so aufgeregt gewesen wäre, hätte ich geheult wie ein Irrer“, erinnert sich der Kuhfelder.

Beim Tierarzt angekommen wird der fast zwei Jahre alte Rüde sofort versorgt. Der Arzt diagnostiziert einen Schädelbruch über dem linken Auge – Keanu wird nur mit viel Glück sein Augenlicht zurück erlangen. „Der Arzt sagte zu uns“: „Es deutet vieles darauf hin, dass Keanu der Schädel gespalten werden sollte – vermutlich mit einem Spaten.“

In der Zwischenzeit mobilisiert Andrea Mortschin das ganze Dorf um den weiterhin vermissten Husky Snow zu finden. „Alle haben mitgemacht. Feuerwehr, Jäger, Anwohner und Leute vom Fußballverein, alle waren auf den Beinen.“ Die Suche bleibt ergebnislos.

Doch dann, gegen 23 Uhr, steht Snow, die kleine Schwester von Keanu, ohne jeden Kratzer vor der Tür. „Sie hatte nicht mal dreckige Pfoten,“ kann sich Andrea Mortschin immernoch keinen Reim auf die Zusammenhänge machen. Auch wer ihrem Hund so etwas antut, weiß sie nicht. „Beide waren beliebt, Schulkinder verfütterten oft ihre Pausenbrote, erst vor kurzem haben wir mit vielen Kindern gefeiert. Nie ist etwas passiert, also kann auch keiner wütend auf die Hunde sein.“

„Wenn man alles zusammen zählt – das Tor war offen, die Schlinge um den Hals, der offene Kopf und der Fakt, dass die Hunde sich niemals trennen – dann müssen wir davon ausgehen, dass in der Gegend ein Tierquäler unterwegs ist“, ist sich das Paar sicher. Doch wer ist der Tierquäler? Sie haben nicht die leiseste Ahnung.

Im Fall, dass der oder die Täter gefasst werden, dann wollen die beiden ihnen wenigstens in die Augen schauen. „Ich will wissen, wer meinen Tieren so etwas antut. Ich fühle immernoch so eine Wut und Ohnmacht“, sagt Andrea Mortschin. Gestern erstattete sie Anzeigebei der Polizei. Das Paar hofft auf weitere Hinweise aus der Umgebung von Kuhfelde, Vitzke und Wöpel. Wer etwas gesehen hat, kann sich bei Andrea Mortschin unter Tel. (01 70) 963 341 4 oder bei der Polizei unter (0 39 01) 84 80 melden.

Von Steffen Koller

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