1991 gegründeter Verein steht vor der Auflösung / Gespräche mit der Volkssolidarität

Seniorenklub sucht seine Zukunft

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Christa Winkler (l.) und Brigitte Breitenfeld, derzeit amtierende Chefin des Seniorenklubs, suchen einen neuen Vorstand. Bislang hatten sie damit aber kein Glück.

Salzwedel. „Soll nun wirklich alles vorbei sein?“ – das fragen sich derzeit wohl alle Mitglieder des Seniorenklubs Salzwedel West. Der Verein steht nämlich vor dem Aus, da sich bislang kein neuer Vorstand gefunden hat.

Im Februar hatten Christa Winkler und Brigitte Breitenfeld mehrere mögliche Kandidaten angeschrieben, ohne Erfolg. Es scheint, dass die Lücke, die die langjährige Chefin Jutta Beyer hinterlassen hat, doch größer ist als gedacht.

Winkler und Breitenfeld haben zwischenzeitlich mit der Volkssolidarität und dem Kreisseniorenbeirat gesprochen. Demnach gibt es vier Varianten für die Zukunft des Seniorenklubs. Die Erste ist diejenige, die eigentlich jeder erreichen will: Es findet sich doch noch bis Ende Juni ein neuer vierköpfiger Vorstand. Die zweite Möglichkeit: Der Verein konstituiert sich unter dem Dach eines anderen Verbands / Verein neu. Hierbei hat die Volkssolidarität ihre Hilfe angeboten. Dritte Variante: Die verbliebenen 190 Mitglieder suchen sich eigenständig eine neue Gemeinschaft. Und zuletzt: Der Klub wird zur Mitgliedergruppe innerhalb der Volkssolidarität. Die Entscheidung könnte bei einem Treffen in der nächsten Woche fallen, erfuhr die AZ.

Rückblick zur Jahrtausendwende. Damals leiteten Schriftführer Erwin Baltzer (v.r.), Schatzmeisterin Christa Winkler, Vorsitzender Günter Kastull und Stellvertreterin Jutta Beyer die Geschicke des Seniorenklubs Salzwedel West. 

„Jutta Beyer hat schulische Ordnung in den Seniorenklub gebracht“, erinnern sich Christa Winkler und Brigitte Breitenfeld, zwei der letzten noch aktiven Gründungsmitglieder, an ihre 2016 verstorbene Chefin. Ihr Vorgänger Günter Kastull hatte den Seniorenklub 1991 ins Leben gerufen. Es heißt, er sei damals davon ausgegangen, dass die Volkssolidarität abgewickelt werden würde. Und damit auch die von ihm geführte Ortsgruppe „Wohnbezirk 10 / 11“, deren Mitglieder rund um die heutige Uelzener Straße wohnten. Etwa zwei Drittel von ihnen folgten Kastull in den neuen Seniorenklub.

Dessen Mitgliederanzahl von etwa 80 stieg in den Folgejahren rapide an, bis auf 230 Personen. Sie kamen später auch aus umliegenden Dörfern und aus dem Wendland. Zeitweise existierte sogar eine Warteliste. Ein Chor wurde gegründet, dazu eine Kegel- und eine Fahrradgruppe. Bis Ende Juni sind noch fünf Fahrten geplant. Es könnten die Letzten des Vereins sein.

Von Jens Heymann

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