Nachwuchsprobleme: Von 25 Mitgliedern sind acht aktiv dabei

Seit 110 Jahren im Dienst für den Nächsten – die Brietzer Feuerwehr

In Reih und Glied aufgestellt: Die Brietzer Wehr in den 1960er-Jahren. Schon damals war Rudolf Linke (links) mit dabei und war ab April 1969 auch Wehrleiter. Er ist heute das älteste Mitglied der Feuerwehr. Fotos: privat (5) / Lüdemann
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In Reih und Glied aufgestellt: Die Brietzer Wehr in den 1960er-Jahren. Schon damals war Rudolf Linke (links) mit dabei und war ab April 1969 auch Wehrleiter. Er ist heute das älteste Mitglied der Feuerwehr.
  • VonKatja Lüdemann
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Brietz. 110 Jahre – so lange schon kann die Brietzer Feuerwehr auf ihr ehrenamtliches Tun zurückblicken. 1907, so steht es in der Dorfchronik, verfügte Amtmann Fritz Elfert Senior, dass jeder Bauernhof eine männliche Person für den Dienst in der Feuerwehr benennen muss.

Als erster Wehrleiter trat Fritz Molitz 1908 in das Amt ein.

Stolz wie Oskar wurde vor dem Tragkraftspritzenfahrzeug mit gesamter Ausrüstung posiert, welches 2000 angeschafft wurde.

Die kleine Ortswehr war zunächst in einem ehemaligen Stallgebäude untergebracht und viel für die Brandbekämpfung gab es nicht. Kurz darauf wurde die Truppe dann aber mit einer Handdruckspritze ausgerüstet. Rund 40 Jahre später, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dann auf eine Motorspritze aufgestockt. Und man wusste in der Brietzer Wehr zu haushalten. Denn um 1958 wurde ein Tragkraftspritzenanhänger VEB FGL Görlitz angeschafft, der bis 1992 treu im Einsatz diente. Und auch das Kleinlöschfahrzeug der Marke B-1000 wurde von 1992 bis 2008 reichlich genutzt.

Sie organisieren das Jubiläum: Feuerwehrmitglied Rainer Aschmann (v.l), Ortschef Wolfgang Kappler, Wehrleiter Mario Rudolph, Renate Schmidt vom Frauenchor Chüttlitz, Bernd Schlawin vom Förderverein und stellvertretender Wehrleiter Toralf Perst.

Über ein neues Gerätehaus freute man sich um 2000. Denn zu diesem Zeitpunkt stand auch die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges an. Und dieses sollte standesgemäß untergebracht werden. Stolz wurde das Tragkraftspritzenfahrzeug durch die Straßen gefahren, verfügte es doch über ein Allrad-Fahrgestell, Platz für eine neun Mann starke Truppe sowie einen Löschwassertank mit 800 Liter Fassungsvermögen.

Bereits 1987 wurde das 80-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr in Brietz gefeiert.

Viele Umbrüche erlebten die Männer und Frauen, die es sich auf die Fahne geschrieben hatten, ihren Nachbarn und auch Fremden zur Hilfe zu eilen in höchster Not. Für Mario Rudolph, der die Wehr seit 2015 führt, ist die Feuerwehr kein Hobby, sondern eine Berufung. „Leider kämpfen auch wir mit den Nachwuchsproblemen. Derzeit sind 25 Mitglieder in der Wehr, aber nur leider acht von ihnen im aktiven Dienst“, schildert der Feuerwehrmann. Und ist sichtlich stolz, dass in seinen 24 Jahren bei der Truppe zu jedem Alarm ausgerückt wurde. Auch jüngst bei dem tödlichen Unfall auf der B 71 kurz vor Bergen rückte die Mannschaft um Mario Rudolph aus. „Es ist jedes Mal wieder ein komisches Gefühl“, so der Wehrleiter, „aber wenn es keiner macht, was dann?“

Die alte Handdruckspritze der Feuerwehr ist immer noch erhalten und gut in Schuss.

„110 Jahre Feuerwehr, das muss gefeiert werden“, ist auch Ortsbürgermeister Wolfgang Kappler sicher. Denn, das Brauchtum soll und muss erhalten bleiben, so Kappler. Am Sonnabend, 6. Mai, soll im Rahmen des Feuerwehr-Stadtausscheids auch in Brietz gefeiert werden. Dazu organisieren die Wehren Brietz und Gerstedt mit dem Ortschaftsrat, dem Förderverein und dem Frauenchor Chüttlitz einen Wettkampftag.

Von Katja Lüdemann

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