11382 Fehlstunden haben sich angesammelt

Schwänzer im Altmarkkreis auf dem Vormarsch

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Schulbummelei bleibt nicht ohne Konsequenzen: Der Nachwuchs, der dem Unterricht unentschuldigt fernbleibt, muss zum Teil auch Arbeitsstunden ableisten. 2018 waren es 1055.

Salzwedel – Der Altmarkkreis greift in seinem neusten Verwaltungsbericht ein Thema auf, bei dem sich eine positive in eine negative Tendenz entwickelt hat. Nahmen Probleme mit Schulschwänzern in den vergangenen Jahren ab, gab es 2018 wieder einen Anstieg.

Besondere Schwierigkeiten damit gibt es offensichtlich im Grund- und Sekundarschulbereich.

Dort schnellte die Zahl der Fälle von 64 (2017) auf 114 hoch. 2016 waren es 99. Bei den Sonderschulen gab es neun Fälle (2017/6). In anderen Bildungsstätten ist aber weiterhin ein Rückgang sichtbar. Konkret: Berufsbildende Schulen von 84 auf 58 und Gymnasien von 1 auf 0.

Insgesamt versäumten 2018 181 mal Kinder und Jugendliche den Unterricht, ohne das dahinter Krankheiten oder andere nachvollziehbare Gründe stecken. 2017 waren es 165. Die Fehlstunden summierten sich im vergangenen Jahr auf 11382. Da es in Deutschland eine Schulpflicht gibt, läuft dies nicht ohne Konsequenzen ab. Zumal es auffällt, wenn der Nachwuchs ohne Entschuldigung dem Unterricht einfach so fernbleibt. Geldbußen (2018 / 13965 Euro) von Kindern und Jugendlichen können allerdings nicht vollstreckt werden.

Dies bedeutet aber nicht, dass die jungen Altmärker einfach so davon kommen, wenn. Der Gesetzgeber sieht vor, dass die Bummelei auch mit gemeinnütziger Arbeit abgegolten werden kann. Dies ist allerdings mit einer Hürde verbunden. Es muss zunächst ein Antrag gestellt werden und der zuständige Jugendrichter diesem zustimmen. Dies wurde 104 Mal in die Praxis umgesetzt.

Unterm Strich galt es 1055 Stunden abzuarbeiten. Zum Vergleich: 2017 gab es 74 Anträge mit 472 Arbeitsstunden. Im Bereich „Allgemeine Ordnungswidrigkeiten“ steht das Verletzen der Schulpflicht an erster Stelle, was die Anzahl angeht. Es folgten 2018 dahinter Verstöße gegen das Schornsteinfegergesetz (44) und Probleme in Zusammenhang mit Tieren (39).

VON CHRISTIAN ZIEMS 

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