Bedenken gegen Projekt an Max-Adler-Straße

Schulgarten-Idee vorerst vom Tisch: Salzwedeler Linke zieht Antrag zurück

+
An der Max-Adler-Straße sieht es recht wüst aus. Dort will die Linke einen Schulgarten schaffen.

Salzwedel – Die Linke hat ihren Antrag auf ein Schulgartenprojekt an der Max-Adler-Straße in Salzwedel vorerst zurückgezogen.

Stadtrat Marco Heide hatte die Idee, Schüler der Umgebung wieder vermehrt an den Umgang mit der Natur heranzuführen, zuvor im städtischen Jugendausschuss erläutert. Doch die Skepsis überwog bei den anderen Lokalpolitikern. Zu viele Fragezeichen im Konzept, zu weite Wege, zu wenig Zeit, zu wenig Personal.

Bürgermeisterin Sabine Blümel wünschte sich lieber, dass jede Grundschule – wie die Perver-Einrichtung, in der der Ausschuss am Dienstagabend tagte – einen eigenen Schulgarten hätte. „Damit wäre ich zufrieden“, so Blümel. CDU-Stadtrat Ulf Gahrns ergänzte: „Was ich vor der Tür habe, kann ich mit kleinen Füßen erreichen.“ Auch andere Anwesende gingen auf das Transportproblem der kleinen Kinder ein.

Das Areal, das die Linken im Sinn haben, liegt recht zentral in Salzwedel hinter der Lärmschutzwand zwischen Ernst-Thälmann-Straße und Max-Adler-Straße. Dort sind einige Parzellen nicht verpachtet, die der Stadt gehören und die diese laut Blümel zur Verfügung stellen würde. Was die Stadtverwaltung nicht wolle und leisten könne, stellte die Stadtchefin dar, sei das Koordinieren der Schulen und das Finden eines Trägers. Das müsse anders gemacht werden, hieß es im Ausschuss.

Marco Heide nahm die Kritik auf und kündigte an, es zunächst im kleineren Rahmen über Schularbeitsgemeinschaften zu versuchen, an denen sich auch ältere Schüler beteiligen können. Zuvor hatte er von Ausschusschefin Gabriele Gruner erfahren, dass die Lessing-Grundschule kein Interesse am Schulgartenprojekt habe. Dies würde nicht ins Schulkonzept passen, teilte Gruner mit. Pikant: Die Lessing-Grundschule habe ihren eigenen Schulgarten vernachlässigt, erinnerte Ausschuss-Vizechef Daniel Schaefer an einen Besuch im September. Der Abgesandte der Fraktion „Land bis Stadt“ wies jedoch gleichzeitig auf die oftmals schwierige personelle Situation an den Schulen hin. Er habe sich an mehreren Einrichtungen umgeschaut: „Die Betreuung fehlt.“

Marco Heide hatte einen geförderten hauptamtlichen Projektleiter ins Spiel gebracht. Stadtrat Peter Lahmann (Grüne), zugleich VFB-Salzwedel-Chef (ein möglicher Träger), will die Machbarkeit des Projekts prüfen.

VON JENS HEYMANN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare