53 neue Fälle beschäftigen die Fachleute im Kreis

Wer Schulden macht, hat oft viele Sorgen

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Die Diakonie berät immer mehr Menschen, die finanziell nicht über die Runden kommen, Schulden anhäufen und Hilfe benötigen.

Altmarkkreis. 379 Einwohner des Altmarkkreises nahmen die soziale Schuldnerberatung 2016 in Anspruch. Dies ist in der aktuellen Sozialplanung vermerkt. Dabei zeigte sich: Die Problemlagen sind vielfältig.

Ein leeres Konto hat Ursachen, wie zum Beispiel Drogensucht oder gravierende familiäre Probleme. Darum arbeiten die verschiedenen Einrichtungen eng zusammen, um den Problemen auf den Grund zu gehen.

In Sachen Schulden betreibt das Diakonische Werk zwei Büros – in Salzwedel und Gardelegen. Wer das Gefühl hat, finanziell nicht mehr klar zu kommen, kann zunächst eine Infoveranstaltung in Gruppen von bis zu fünf Teilnehmern nutzen. Dabei geht es um das Thema Verbraucherinsolvenz. Es gibt Details zum Ablauf des Verfahrens. Eine Teilnahme ist übrigens auch anonym möglich. Die Frauen und Männer können dann entscheiden, ob sie weitere Hilfe in Anspruch nehmen möchten.

Die Beratungsstellen dürfen Bescheinigungen für Pfändungsschutzkonten ausstellen. Wer diese Möglichkeit bei seiner Bank nutzen darf, wird vor einem zu tiefem Griff aufs Konto bewahrt. Exakt 1133,80 Euro sind geschützt. 218 Betroffene nutzten diese Möglichkeit 2016. Obwohl die Einwohnerzahl zurückgeht, ist bei diesem Punkt ein Ansteigen zu bemerken. 2012 waren es kreisweit nur 101 Fälle.

Von den 379 Altmärkern, die beide Beratungsstellen nutzen, gehören 53, die vorher dieses Angebot nicht brauchten. Mit 60 Fällen sind die Experten seit Jahren beschäftigt. Der größte Anteil macht der Bereich Kurzberatungen aus. Dazu gehören ein bis drei Termine. 266 Betroffene kamen damit zurecht. Bei der Schuldnerberatung waren 147 Frauen und Männer, die bereits staatliche Leistungen über das SGB II bekommen. Bei den Insolvenzverfahren sind es 45 von 107 Fällen.

66 Klienten gaben für die Sozialplanung Auskunft, wie lange sie auf einem Termin in Gardelegen oder Salzwedel warten mussten. 53 Altmärker geduldeten sich bis zu vier Wochen, Elf zwischen vier bis acht Wochen und Zwei länger als acht Wochen.

Von Christian Ziems

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