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Für Großprojekt Schießstand fehlen weitere Fördermittel

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Von: Jens Heymann

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Schockmoment am Ende der Salzwedeler Gildeversammlung am Freitagabend: In den Gewehrschießstand war eingebrochen worden. Baldur Berg (l.) rief die Polizei, Schießleiter Frank Krause begutachtete die Schäden. Ganz hinten ist eine zerstörte Tür zu sehen, vorne verstreute Patronenhülsen.
Schockmoment am Ende der Salzwedeler Gildeversammlung am Freitagabend: In den Gewehrschießstand war eingebrochen worden. Baldur Berg (l.) rief die Polizei, Schießleiter Frank Krause begutachtete die Schäden. Ganz hinten ist eine zerstörte Tür zu sehen, vorne verstreute Patronenhülsen. © Heymann, Jens

2021 sei ein weiteres außergewöhnliches Jahr gewesen, meinte Nils Krümmel, der Chef der Salzwedeler Schützengilde, am Freitagabend zu Beginn der Halbjahresversammlung. Dass auch die nächsten Jahre große Herausforderungen bringen – daran ließ der weitere Verlauf des Abends im Schützenhaus am Böddenstedter Weg in Salzwedel keinen Zweifel.

Salzwedel – Die Gilde ist mitten in einer Transformation. Aufwendige (und teure) Traditionen sind teilweise bereits beendet worden. Ob es beispielsweise noch einmal einen klassischen Schützenkönig geben wird, ließ der Gildemeister der AZ gegenüber offen. Anstelle des Schützenfestes setzen die Mitglieder seit zwei Jahren auf ein effizienteres Sommerfest. Die Kosten sollen nicht ausufern, neue Mitglieder gewonnen werden. 86 seien es aktuell, teilte Nils Krümmel mit. Ein Bruchteil der einst rund 450 Personen am Ende der 90er-Jahre. Jäger und Grenadiere kämen noch zurecht, die Garde bestünde nur noch aus zwei Personen, die Frackkompanie sei nicht mehr existent, fuhr der Gildemeister fort.

Das Sommerfest habe gezeigt, dass es offenbar doch viel Leute gibt, die auf die Gilde zukommen, hieß es am Abend. Dort wurde eine Stunde lang leidenschaftlich über Preise und Leistungen für das Fest am 11. Juni diskutiert. Am Ende konnten sich die Anwesenden einigen.

Es gibt Trends, die die Gilde für sich entdeckt hat. Bogen- und Armbrustschießen spielen nun eine deutlich stärkere Rolle. Die jungen Leute wollen schießen, sagen die Schützen. Für Uniformen und Traditionen dürften sie sich weniger interessieren.

Doch nicht nur die Gilde selbst ändert sich. Auch das Schützengelände muss modernisiert werden. Während der Versammlung am Freitagabend wurden mehrere Baustellen angesprochen. Einer der Wälle ist demnach marode. Mit schwerer Technik und Arbeitskraft soll angepackt werden. Der Kleinkaliber-Gewehrschießstand ist ein weiteres großes Projekt. Doch wie Nils Krümmel seinen Gildemitgliedern verkündete, sei die Finanzierung noch unsicher. Die Stadt Salzwedel wolle sich nicht beteiligen und deswegen auch der Altmarkkreis nicht. Hilfe hätte der Landessportbund zugesagt, doch da bliebe immer noch ein dicker Eigenanteil übrig. Nils Krümmel will daher noch weitere Förderquellen erschließen.

Beim Rundgang mit der AZ stieß er später auf Einbruchsspuren. Die Schützen informierten die Polizei.

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