Nicht alles friedlich in der Natur

Schranken, Wildäcker, Holzeinschlag: Konflikte im Salzwedeler Stadtforst

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Sie wollten hinschauen – und am Sonnabend taten es unter anderem Vertreter von BUND, „Pro Baum“, Grüne und „Fridays for Future“ nebst Interessierten. Der Verkauf des Salzwedeler Stadtforstes wirkt noch immer nach.

Cheine – Seit dem Verkauf des Salzwedeler Stadtforstes geraten die Interessen von Umweltschützern immer wieder mit denen der Eigentümerfamilie Wegener aus Nordrhein-Westfalen bzw. deren örtlichen Vertretern aneinander.

Am Sonnabend sollte nun ein dreistündiger, öffentlicher Spaziergang bis ans Grüne Band aufzeigen, was nach Meinung des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) in der Buchhorst schiefläuft.

Für Fahrzeuge verschlossen: Der neue Eigentümer ließ Schranken auf den Zufahrtsstraßen installieren.

Bereits die Fahrzeugschranken am Eingang sorgten für Verstimmung. Kein einladendes Signal, sagte etwa Dieter Leupold (BUND). Außerdem würden sie Anlieger aussperren. Eher Vandalen und Mülltouristen, meinten hingegen die Eigentümer im Oktober gegenüber der AZ.

Ein weiterer Streitpunkt sind die Wasserstaus. Das Manipulieren an ihnen habe bereits zu Schäden geführt, hieß es am Sonnabend. Die Umweltschützer vermuten dahinter Trockenlegungsabsichten. Auch der Holzeinschlag sei intensiver als nur für die bloße Verkehrssicherheit, wurde gesagt. Außerdem wittern die Umweltaktivisten zwecks Jagd dort verbotene Wildanfütterungen.

Ein weiterer Kritikpunkt: Wildäcker, in die laut Umweltschützer regelmäßig mit Maschinen Mais zur Fütterung von Wildschweinen eingedrillt werde.

Der BUND lasse rechtliche Möglichkeiten gegen das Vorgehen der Eigentümer prüfen, erklärte Leupold am Sonnabend. Dennoch sei es das Ziel, konstruktiv mit Familie Wegener zusammenzuarbeiten. Auch das Loseisen des Stadtforstes aus den Privathänden sei noch nicht vom Tisch; etwa über einen Tausch mit passenden Landesflächen. Mitte Januar soll es ein Gespräch mit den Eigentümern geben.

VON JENS HEYMANN

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