Land baut für den Bund / Minister lobt gute Zusammenarbeit

Schnöggersburg wächst

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In der Übungsstadt Schnöggersburg übt die Bundeswehr bereits für Auslandseinsätze. Der (Aus)Bau ist noch nicht abgeschlossen.

Schnöggersburg – Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder (CDU) hebt die Bedeutung der Zusammenarbeit des Landesbaubetriebes (BLSA) mit dem Bund hervor.

„Seit Jahren bauen wir für den Bund, und das erfolgreich und zuverlässig“, sagte er. Nun sei eine von Vertretern des Landesfinanzministeriums und des Bundesinnenministeriums unterzeichnete Vereinbarung in Kraft getreten, die diese Zusammenarbeit fortschreibt.

Deutschlandweit bekannte Beispiele für gemeinsame Projekte seien die militärische Übungsstadt „Schnöggersburg“ in der Colbitz-Letzlinger Heide oder das Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau, für die 170 Millionen Euro investiert wurden. Rund 29 Millionen Euro habe die Erweiterung der Bundeswehr-Kaserne Altmark gekostet. In diesem Jahr sollen mehr als 70 Millionen Euro und im Jahr 2020 mehr als 50 Millionen Euro in solche Bauvorhaben investiert werden.

Das Projekt „Schnöggersburg“ bleibt indes umstritten. Friedensaktivisten protestieren unter dem Slogan „War starts here“ (Der Krieg beginnt hier) dagegen. Sie befürchten, dass dort auch Einsätze im Inneren des Landes trainiert werden sollen. Das Übungsareal mit allen Merkmalen einer Großstadt (Straßen, Plätze, Verwaltungsgebäude, U-Bahn, Flughafen) hat eine Grundfläche von 6,25 Kilometern. Das entspricht der Fläche von Halle-Neustadt. Die Bezeichnung „Schnöggersburg“ lehnt sich an den Namen eines früheren Dorfes an, das es bis in die 1930-er Jahre dort gegeben hatte.

Von Christian Wohlt

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Die Übungsstadt im Detail

Schnöggersburg ist Europas größte Kulissenstadt in der Altmark. Seit 2018 trainieren dort Soldaten vor Auslandseinsätzen den Häuserkampf. In den Häusern gibt es keine Möbel oder Tapeten, aber Laser- und Bewegungssensoren. Baustart für die 2,5 mal 2,5 Kilometer große Übungsstadt war 2012. Die Kosten belaufen sich auf 140 Millionen Euro. Unter anderem gibt es in Schnöggersburg auch einen künstlichen Fluss mit fünf verschiebbaren Brücken oder eine 350 Meter lange U-Bahn. Ab 2020 können pro Zehn-Tage-Lehrgang bis zu 1.500 Soldaten in der Stadt trainieren. Als Komparsen und Sparringspartner steht für die Scheingefechte ein 500-Mann-Übungsbataillon bereit.

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