Neun Spätaussiedler machen nach fünf Tagen kurze Station im Asylbewerberwohnheim

Schnell auf eigene Beine stellen

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Die Spätaussiedler passierten bereits das Durchgangslager Friedland.

Salzwedel. Sie hatten einen langen Weg hinter sich, als gestern neun Spätaussiedler am Salzwedeler Bahnhof ankamen. Aus der russischen Stadt Kamenka, 550 Kilometer südöstlich von Moskau, reisten sie an. Zwischenstation machten sie in Friedland in Niedersachsen.

Nun sollen die Spätaussiedler im Alter zwischen drei und 57 Jahren ein paar Tage im Salzwedeler Asylbewerberheim am Fuchsberg unterkommen. Bis sie in ihren eigenen vier Wänden wohnen, hilft ihnen die Integrationsbeauftragte des Altmarkkreises, Jutta Kolba, bei Behördengängen und den ersten Schritten in ein neues Leben. „Sie sollen so schnell es geht, auf eigenen Beinen stehen“, macht Kolba klar. Und weiter: „Wenn man sich vor Augen führt, dass sie in ihrer Heimat alles aufgegeben haben, alles neu und fremd ist, dann benötigen sie gerade in den ersten Tagen Zuspruch, Mut und einen Ansprechpartner. Dazu sind wir gerne bereit“, ergänzt sie.

Die Unterbringung im Asylbewerberwohnheim auf dem Fuchsberg ist nur eine Notlösung für ganz kurze Zeit. Denn diese Einrichtung nimmt normalerweise keine Spätaussiedler auf. Die 60 Plätze dort sind alle belegt. Nach Auflösung des Heims in Gardelegen ließ der Altmarkkreis auf dem Fuchsberg eine alte Kaserne sanieren, in die im Dezember 2008 die Asylbewerber zogen.

Von Holger Benecke und Steffen Koller

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