„Kein Winterdienst Deluxe“ / An Witterungsverhältnisse anpassen

Schneematsch sorgt in der Innenstadt für Rutschpartien

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In der Altperverstraße stehen viele Gebäude leer. Dort könnte die Stadt in Ersatzvornahme gehen und die Wege freiräumen lassen.

Salzwedel. „In der Innenstadt hat man das Gefühl, als wäre gar nichts geräumt worden“, so Julia Kühn. Die 21-Jährige aus dem Salzwedeler Süden ist mit dem Rad in der Innenstadt unterwegs. „Hier kann man nur noch schieben.

Gerade für ältere Leute ist das doch auf dem Kopfsteinpflaster einfach nicht zumutbar. Immerhin schneit es doch schon seit Montagabend, da muss doch regelmäßig geräumt werden.“

In der Breiten Straße sind nur die Gehwege vor den Geschäften frei von Schnee. Auf der Straße taut der aufgewühlte Matsch an, friert fest und sorgt auf dem Kopfsteinpflaster für spiegelglatte Flächen, auf denen es sich nur schwer laufen lässt.

Auch die Salzwedelerin Karin Blömer ist mit dem Fahrrad auf Tour. „Ab dem Neuperver Tor habe ich nur noch geschoben“, erzählt die 69-Jährige. „Auch wenn am Mittwoch Feiertag war, muss doch der Schnee auf den Straßen weggeräumt und gestreut werden?“, wundert sie sich. „Die Stadt ist nicht verpflichtet, die Innenstadt zu räumen. Bei der aktuellen Haushaltslage können wir aber auch keinen Winterdienst Deluxe anbieten“, informierte Hauptamtsleiter Matthias Holz auf Nachfrage der Altmark-Zeitung.

Weiter erklärte Holz, dass die innerörtlichen Straßen nach einer festen Prioritätenliste freigeräumt werden, während Kreis-, Land- und Bundesstraßen in andere Zuständigkeitsbereiche fallen. „Gefährliche Bereiche, wie beispielsweise Kreuzungen mit Steigungen, werden dann auch mehrmals geräumt. Ansonsten ist jeder Verkehrsteilnehmer verpflichtet, sich den Witterungsverhältnissen entsprechend zu verhalten“, so Holz.

Viele Salzwedeler können nicht verstehen, wieso Hauseigentümer verpflichtet sind, die Gehwege zu räumen, aber die Stadt anscheinend nur das Nötigste macht? Während die meisten Gehwege vor öffentlichen Gebäuden, vor Geschäften oder Privathäusern frei geräumt sind, gibt es genug leerstehende Gebäude, vor denen der Schnee liegen bleibt, antaut und festfriert.

„Die Stadt könnte da in Ersatzvornahme gehen, freiräumen und den Eigentümern die Räumung in Rechnung stellen. Aber zunächst sollte versucht werden, den Eigentümer zu erreichen und es muss auch erst eine Gefahreneinschätzung erfolgen“, erklärte Matthias Holz.

Von Katja Lüdemann

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