Schmierereien in Salzwedel: Vier Verdächtige ermittelt

Landkreis Salzwedel. Zwei Fälle von fahrlässiger Tötung und 48 Straftaten mit sexuellem Missbrauch (Aufklärungsquote der angezeigten Fälle 91,7 Prozent) hat es im vergangenen Jahr im Altmarkkreis gegeben. Daneben hielten Schmierereien mit rechtem Hintergrund die Polizei 2013 in Atem.

Insbesondere am 3. Oktober gab es in Salzwedel ein böses Erwachen. Nach etlichen Diskussionsrunden und Säuberungsaktionen kann die Polizei einen Erfolg vorzeigen.

In der aktuellen Statistik ist vermerkt, dass vier Tatverdächtige ermittelt wurden. Die Verfahren stehen laut Frank Semisch kurz vor der Abgabe an die Staatsanwaltschaft.

Der Pressesprecher der Polizei geht auch auf andere Entwicklungen ein. So nehmen Diebstähle mit etwa 39 Prozent den größten Anteil bei den Straftaten im Altmarkkreis ein. Allerdings ist der Trend rückläufig. Und zwar um knapp 13 Prozent. Bei den 1864 Fällen, die der Polizei gemeldet wurden, lassen sich trotz allgemeinem Rückgang negative Tendenzen erkennen.

Laut Frank Semisch von der Polizei-Pressestelle nehmen Taschendiebstähle zu. In Salzwedel gibt es zum Beispiel immer wieder Probleme in Supermärkten, wenn auf Brieftaschen nicht geachtet wird. Die Zahl hat sich von 12 auf 25 Delikte erhöht. Leicht gestiegen sind Einbrüche in Fahrzeuge (von 258 auf 287 Fälle).

Weniger Strafttaten gibt es im Bereich der persönlichen Freiheit sowie der Rohheitsdelikte. Darunter fallen körperliche Übergriffe. 770 Mal wurde Anzeige erstattet, 2012 waren es noch 841 Vorfälle. Positiv ist auch die Entwicklung bei Vermögen- und Fälschungsdelikten.

Die Ordnungshüter befassten sich 2013 mit 611 Taten. Ein Jahr zuvor mussten sie noch 685 Mal ermitteln. Was Umweltdelikte, Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz sowie Verstöße gegen das Waffengesetz angeht, kann ebenfalls einen Rückgang registriert werden. In der Statistik stehen 217 Fälle. Ein Jahr zuvor waren es noch 226.

Frank Semisch weist bei den sonstigen Straftaten auf eine Besonderheit hin. Demnach musste bei 86 Brandstiftungen ermittelt werden. Diese Zahl stieg um elf Fälle an. Insgesamt wurden 2212 Tatverdächtige ermittelt. Das sind 244 weniger als im Vorjahr. Knapp drei Viertel (74 Prozent) sind männlich.

Der Anteil der Jungtatverdächtigen (unter 21 Jahre) beträgt 23 Prozent. Diese Altersklasse wird in der Statistik noch weiter unterteilt: Kinder unter 14 Jahre (fünf Prozent), Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahre (zehn Prozent) sowie Heranwachsende zwischen 18 und 20 Jahren (acht Prozent).

Was die politisch motivierten Taten angeht, standen Schmierereien im Mittelpunkt. Und zwar besonders im Bezug auf das antimilitaristische Camp gegen das Gefechtsübungszentrum Letzlingen.

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