Häuserwände, Fallrohre, Stromkästen, Verkehrsschilder und Laternen werden verschandelt

Schmierereien prägen das Salzwedeler Stadtbild

Die Salzwedeler Leichenhalle wird immer wieder zum Sprayen benutzt. Derzeit ist der Fußballklub 1. FC Magdeburg vordergründig zu erkennen.
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Die Salzwedeler Leichenhalle wird immer wieder von Sprayern verunstaltet. Derzeit ist der Fußballklub 1. FC Magdeburg vordergründig zu erkennen.
  • VonChristian Ziems
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Salzwedel. Das Thema illegale Schmierereien beschäftigt Salzwedel inzwischen schon seit Jahrzehnten, eine wirkliche Lösung wurde nie gefunden.

Selbst diskutiert wird darüber in öffentlichen Gremien schon lange nicht mehr, so manch ein Salzwedeler scheint sich offensichtlich mit der Situation abgefunden zu haben – dieser Eindruck entsteht zumindest.

Ein besonders beschmiertes Haus an der Mittelstraße. Solche Krakeleien sind auch in anderen Straßen wie zum Beispiel der Alten Jeetze zu finden. Das Problem beschäftigt Salzwedel schon seit Jahrzehnten.

Wer mit offenen Augen durch die Hansestadt geht, entdeckt: Schmierereien in allen möglichen Facetten prägen das Stadtbild zunehmend. Ein Beispiel dafür ist die Mittelstraße. Vom Abzweig Wollweberstraße bis zum Steintor stehen 48 Gebäude. Davon sind derzeit 20 verschandelt. Darunter auch einige Häuser, die nicht mehr bewohnt werden. Selbst das historische Steintor bleibt nicht verschont. 

Bei einem Teil der Schmierereien ist nicht erkennbar, welche Aussage damit verbunden ist, es sind einfach Krakeleien. Dazwischen findet sich aber immer wieder übertriebene Fußballliebe. Der 1. FC Magdeburg taucht als Schriftzug in Blau auf Fassaden und Balken auf. Hinzu kommt, dass zum Beispiel an der Mittelstraße kaum ein Fallrohr, Verkehrszeichen, Stromkasten und Laternenmast noch so aussieht, wie sie einmal aufgebaut beziehungsweise installiert wurden. Schuld daran sind in diesem Fall nicht immer Schmierereien, sondern Aufkleber in allen denkbaren Formen und Größen. Die meisten davon sind überhaupt nicht mehr zu erkennen – weißes Papier hängt in Fetzen herunter.

Fallrohre sind über und über mit Aufklebern versehen.

Wer das Steintor in Richtung Agricola Turnhalle verlässt, sieht das nächste Problemgebäude. Die Leichenhalle wird in unregelmäßigen Abständen beschmiert und von der Stadt wieder gesäubert. Das ganze wirkt wie ein Katz-und-Mausspiel. Derzeit ist der 1. FC Magdeburg auf der Fassade prägend. Die Stadtverwaltung hat vor, das Objekt mit einem kunstvollen Graffito verzieren zu lassen. 

Peter Fernitz, Chef der CDU-Stadtratsfraktion, forderte vor Wochen, dass die Stadt mit Zeugenaufruf versuchen sollte, den Schmierern auf die Spur zu kommen. Wer Hinweise gibt, die zum Erfolg führen, könnte dafür einen Geldbetrag bekommen. Doch dieser Vorschlag verhallte offenbar ungehört, bislang ist nichts passiert. Auch der Versuch der Stadt, Hausbesitzer mit Geld sowie Technik beim Säubern ihres Eigentums zu helfen, verlief im Sand. Grund: Kaum ein Salzwedeler hatte sich im Rathaus gemeldet.

Von Christian Ziems

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