Betrieb läuft wieder normal

Schließung des Gebäudes in der Hoyersburger Straße vom Kreis aufgehoben

Menschen in einem Restaurant.
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„China Haus“-Inhaber Sathy Yoganathan hatte am Wiedereröffnungstag gute Laune: Vor allem Stammkunden besuchten sein Restaurant an der Hoyersburger Straße nach der wochenlangen Zwangsschließung.
  • VonArno Zähringer
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  • Jens Heymann
    Jens Heymann
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Die Schließung des Gebäudes in der Hoyersburger Straße hat der Kreis wieder aufgehoben. Seit Mittwoch läuft der Betrieb in dem China-Restaurant wieder normal. Dagegen bestehe zum Betreiber der Großküche kein Kontakt.

Salzwedel – In das vom Altmarkkreis Salzwedel am 23. September geschlossene Gebäude in der Hoyersburger Straße kehrt wieder Leben ein. Das darin befindliche China-Restaurant hat laut Kreis „nach umfangreichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten“ am Mittwoch wieder seinen Betrieb geöffnet. Dagegen bestand zu dem „Betreiber der Großküche in den letzten Wochen kein Kontakt. Über eventuell eingeleitete Maßnahmen seitens des Betreibers ist dem Landkreis nichts bekannt“, teilt Birgit Eurich vom Presseteam des Kreises auf Anfrage der Altmark-Zeitung mit.

Anders sieht es allerdings bei dem rund 100 Plätze umfassenden Restaurant aus. Der Betrieb sei gründlich gereinigt und eine professionelle Schädlingsbekämpfung erfolgreich und vollumfänglich vorgenommen worden. In dem Restaurant erfolgte vor etwas mehr als einer Woche auf Antrag des Betreibers eine umfangreiche Abnahmekontrolle durch Mitarbeiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes.

Viele Mängel festgestellt

Dabei seien alle Räumlichkeiten des Restaurants im Rahmen der Kontrolle überprüft und keine hygienischen Mängel mehr festgestellt worden. „Im Ergebnis der Kontrolle konnte die Schließung wieder aufgehoben werden“, heißt es aus dem Kreishaus. Unter anderem wegen mangelnder Hygiene hatte das Ordnungsamt des Altmarkkreises Salzwedel am 23. September das Gebäude an der Hoyersburger Straße in Salzwedel geschlossen. Die Schließung des Betriebs und des Gebäudes scheinen die logische Folge nicht eingehaltener Vorgaben des Kreises durch den Essenslieferanten zu sein. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen offenbar mehrfach Besuch des Kreisordnungsamtes. Dabei seien „schwerwiegende Mängel in der Arbeits-, Personal- und Betriebshygiene“ festgestellt und vom Kreis auch moniert worden. Zudem habe es auch „bauliche Mängel“ gegeben, teilte der Kreis im Zusammenhang mit der Schließung mit. Im Anschluss an die Kontrollen wurde die Beseitigung der Mängel angeordnet.

Darüber hinaus seien wiederholt Verwarnungen ausgesprochen und auch Bußgelder verhängt worden. Durch die Schließung des Lieferanten konnten verschiedene Kindertagesstätten in Salzwedel eine Zeit lang nicht mehr mit Mittagessen versorgt werden.

Mittwochabend im „China Haus“: Nach rund sechs Wochen sind an diesem Tag die ersten Gäste an die Hoyersburger Straße zurückgekehrt. Die Baustellenspuren der Renovierung von Küche bis Toilette sind weg, stattdessen liegen weiße Tischdecken aus, die Lichter sind eingeschaltet, und der gewohnte Geschäftsbetrieb läuft.

Inhaber Sathy Yoganathan ist ein wenig nervös an diesem Abend, wie er zugibt. Aber erst das Wochenende werde zeigen, wie sehr die Resonanz auf die Wiedereröffnung ausfällt, meint er. Er denke trotzdem immer positiv – und dass die Gäste langsam wieder in sein Restaurant zurückkehren werden. Am Abend sind knapp zehn Tische besetzt, fast alles Stammkunden, die der Hausherr teilweise seit vielen Jahren bei sich begrüßt. Auf diese werde es auch erst einmal ankommen, sagt ein weiterer Stammgast. Üblich seien mittwochs einige Kunden mehr, erklärt Yoganathan. Die angespannte Corona-Lage mag da aber ebenfalls eine Rolle spielen. Am Eingang werden alle auf Einhaltung der 3-G-Regel überprüft.

Probleme sind behoben

Einen Tag vorher, am Dienstag, hatten die Mitarbeiter mit den Vorbereitungen angefangen. Auch das Gesundheitsamt des Altmarkkreises Salzwedel schaute nochmal vorbei. Probleme gab es nicht mehr.

Die AZ fragt bei einigen Anwesenden nach, warum sie am ersten Abend erschienen sind und wie sie die Geschehnisse der vergangenen sechs Wochen verfolgt haben. Sie hätten bereits auf diesen Tag gewartet, sagen die Leute an einem Vierertisch. Eine Frauenrunde ein paar Meter weiter erklärt, ganz spontan hergekommen zu sein. Eine von ihnen habe nicht einmal gewusst, dass überhaupt geschlossen gewesen war.

Ein Gast erzählt, wie er und andere im September plötzlich vor verschlossenen Türen standen und nicht wussten, was passiert war. Der damalige Zeitpunkt war auch für das Restaurant ausgesprochen ungünstig: Es sollte Geburtstag gefeiert werden, und das Herbst- und Weihnachtsgeschäft hatte begonnen. Sathy Yoganathan erinnert sich gut: Er musste alles absagen, hatte aber von vielen keine Telefonnummer.

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