Dieter Leupold ist fassungslos

Schleusensituation am Salzwedeler Stadtforst: Das Wasser schwindet weiter

+
Die rote Schranke ist ein kleiner Streitpunkt. Diese stehe nicht auf dem Grund des Stadtforstes. Der neue Besitzer hätte keinen Anspruch drauf, so Leupold.

Salzwedel – Der Salzwedeler Stadtforst scheint für den BUND eine Problemzone zu werden. Das Wasser geht immer weiter zurück, Schleusen würden ohne Rücksicht auf Verluste geöffnet, und es gäbe einen uneinsichtigen neuen Besitzer.

Salzwedel verkaufte den Stadtforst im vergangenen Jahr, um die Stadtkasse ein wenig aufzubessern. Seit der vergangenen Trockenperiode geht es dort drunter und drüber.

Der Stellvertrende Vorsitzende des BUND, Dieter Leupold, traf sich am Donnerstag mit den Mitgliedern des FDP-Ortsverbandes Salzwedel beim Stadtforst (wir berichteten). Dort zeigte Leupold die Veränderungen in dem Wald auf. Mit dabei war auch Klaus Mente, der Verwalter des neuen Besitzers. Bereits zum Eingang in die Natur kochten einige Gemüter über.

Das Wasser schwindet immer weiter. Dieter Leupold vom BUND (Mitte) zeigte am Donnerstag den Mitgliedern des FDP Ortsverbandes Salzwedel die Zustände im Stadtforst auf. Zudem ist er besorgt über die Schleusensituation.

Zwei rote Schranken blockieren den Weg für Fahrzeuge. Ein Verbotsschild weißt ebenfalls darauf hin. Ein Mitglied der FDP deutete das Schild falsch und dachte, auch Fahrradfahrer dürften dort nicht lang. „Dieses Verbotsschild gilt für Fahrzeuge aller Art, Krafträder und Fahrräder dürfen aber geschoben werden“, so Klaus Mente. „ Zudem wolle der neue Eigentümer nicht den Zugang in den Wald verbieten.“ Später fiel der kleine Irrtum auf.

Dieter Leupold wies zudem darauf hin, dass eine der Schranken auf Grund stehe, die dem Waldbesitzer nicht gehöre. Auch ist der BUND nicht im Besitz eines Schlüssels für das Schloss. „Und was ist, wenn es brennt?“, fragte sich Lutz Franke von der FDP. „Die Feuerwehr hat einen Bolzenschneider“, antwortete Mente. Außerdem betonte er, dass die Stadt und die Cheiner Wehr keine Verantwortung für den Schlüssel übernehmen wollen.

Nun ging es ein Stückchen in den Wald. Schnell viel einigen auf, dass das Wasser viel niedriger steht, als vor einigen Jahren. Zum einem ist die lang anhaltende Trockenheit schuld, zum anderen gibt es unbekannte Personen, die immer wieder einige Schleusen öffnen würden. „Ich habe erst kürzlich eine Schleuse geschlossen. Einige Tage später lagen die Bretter oben drauf und das Wasser floß weg“, schilderte Dieter Leupold. „Wir haben schon eine Anzeige gegen unbekannt aufgegeben.“

Klaus Mente fragte sich ebenfalls, wer die Schleusen immer wieder öffnen würde. Weiter wurde angeprangert, dass es zu viele Personen mit unterschiedlichen Interessen gäbe, die über die Schleusenstellungen entscheiden können. Mente bekräftigte zudem die Zusammenarbeit mit dem BUND und wolle ebenfalls den Wasserfluss so regulieren, dass der Stadtforst nicht zu Schaden kommt. „Die Besitzer haben nicht die Absicht, den Wald zu zerstören“, gab Mente nochmals zu verstehen.

Der derzeitige niedrige Wasserstand führte dazu, dass das Moor bereits um über einen Meter abgesackt ist. Die warmen Temperaturen machen den Eschen stark zu schaffen, die in einigen Teilen des Waldes nur noch vereinzelt stehen. Sollte der dringend benötigte Regen weiter ausfallen, stehe es um den Wald sehr schlecht.

VON PAUL WILLIAM HIERSCHE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare