Neue Anlagen im Salzwedeler Klärwerk / VKWA für trockenes Pfingstwochenende gerüstet

Schlammbecken mit Straßen

Aus der Vogelperspektive sind die Becken und die Straßen in der Mitte zu sehen. Denn der Schlamm muss in einigen Jahren wieder ausgebaggert werden.
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Aus der Vogelperspektive sind die Becken und die Straßen in der Mitte zu sehen. Denn der Schlamm muss in einigen Jahren wieder ausgebaggert werden.

Salzwedel. Klärschlamm mit einem Wasseranteil von 98 Prozent wird in Becken mit Kies und Folie gepumpt, Schilf sorgt für eine Mineralisierung, die Flüssigkeit kann über eine Drainage wieder in die Reinigungsanlagen laufen – auf dieses Prinzip setzt der VKWA.

Der Verband kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung lässt für rund 1,9 Millionen Euro fünf neue Becken bauen, ein weiteres könnte je nach Bedarf in den nächsten Jahren noch entstehen. Auf einer Fläche von 1,8 Hektar will der Verband vorsorgen.

„Seit 20 Jahren bin ich hier und bekomme immer wieder Entwürfe für Klärschlammverordnungen auf den Tisch. Aber eben keine Gesetze“, weißt VKWA-Geschäftsführer Jens Schütte auf Unsicherheiten hin, die durch die Politik verursacht werden. Die Tendenz geht aber dahin, dass Klärschlamm, der auch mit chemischen Mitteln behandelt wurde, nicht mehr als Dünger auf die Felder darf. Dies wird im Salzwedeler Klärwerk aber derzeit praktiziert. Damit bei einem plötzlichen Verbot nicht ein riesiger Berg anfällt, hat der Verband nach Alternativen gesucht. In die Becken kann der Schlamm, bis zu acht Jahre gepumpt werden. Anschließend gilt es ihn mit Baggern, für die Straßen gebaut wurden, aufzunehmen und auf die Felder oder in Verbrennungsanlagen zu bringen.

Jens Schütte hat aber nicht nur die nächsten Jahre, sondern auch das Pfingstwochenende im Blick. Aus Erfahrung weiß er, dass der Wasserbedarf besonders hoch sein wird: „Durch den Regen in der vergangenen Woche ist die Lage entspannt. Wir sind vorbereitet.“ Allerdings gibt es beim Befüllen der Freibäder immer wieder Probleme, da der Verband laut Genehmigung des Kreises nur eine bestimmt Menge Wasser in Siedenlangenbeck fördern darf. Wenn Kommunen nicht rechtzeitig melden, dass die Schieber aufgedreht werden, kann es im wahrsten Sinne des Worte zu brennzlichen Situationen kommen. Denn im Ernstfall fehlt Wasser zur Bekämpfung von Bränden. Darum gibt es Hinweise an die Gemeinden, die Becken nicht in einem Rutsch sondern innerhalb von mehreren Tagen zu befüllen.

Von Christian Ziems

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