Schlag nach Wortgefecht

30-Jähriger boxt Ex-Frau im „Löwenherz“ in die Rippen

hwp Salzwedel. Weil ein Mann seiner Ex im „Löwenherz“ in die Rippen geboxt hatte, musste er sich am Dienstag vor dem Salzwedeler Amtsgericht verantworten. Schon vorher hatte es zwischen dem Angeklagten und seiner Ex-Frau einen Sorgerechtsstreit um ihr gemeinsames Kind gegeben.

Daraufhin war durch ein anderes Gericht gegen den Mann ein Annäherungsverbot von 100 Metern ausgesprochen worden. Doch später, Anfang März 2017, kam er ihr im „Löwenherz“ dann doch zu nahe.

Im Gericht

Dem 30-jährigen Angeklagten aus Groß Chüden wurde am Dienstag diese Begegnung im ehemaligen Nachtclub „Löwenherz“ in Salzwedel zur Last gelegt. Er soll ihr mit den Worten gedroht haben: „Du kommst hier nicht mehr heil raus.“ Außerdem hatte er mit seiner Anwesenheit gegen das gerichtliche Annäherungsverbot verstoßen. Schließlich soll der Angeklagte seine Ex-Frau mit einem gezielten Schlag in die Rippen verletzt haben.

Der Angeklagte schilderte nun vor Gericht die Tat anders. „Ich hatte den besagten Abend im ,City Club‘ mit meiner neuen Freundin und einem guten Bekannten verbracht. Später gingen wir ins ,Löwenherz‘“, schilderte der 30-Jährige Amtsrichter Dr. Klaus Hüttermann. Weiter sagte er: „Dort war auch meine Ex-Frau. Ich wollte wissen, wie es meinem Sohn geht. Doch ich bekam nur patzige Antworten von ihr.“

Nach dem Gespräch soll er, so sagte der Angeklagte selbst, innerlich aufgewühlt gewesen sein und wollte seine Ex-Frau zur Rede stellen. Dabei sei ihm versehentlich die Hand ausgerutscht. Dass der Schlag jedoch gezielt gewesen war, bewies das Gericht mit drei Videoaufzeichnungen aus dem Foyer des „Löwenherz“.

Auf den Aufnahmen mussten der Verteidiger und sein Mandant erkennen, wie sich der Vorfall tatsächlich zugetragen hat. Das Opfer wollte demnach mit Freunden und in Begleitung der Security aufgrund der Drohungen ihres Ex-Mannes das „Löwenherz“ verlassen. Als die Lage sicher schien und die Security den Raum wieder verließ, ging der 30-Jährige gezielt auf seine Ex-Frau los und gab ihr einen kräftigen Schlag in die unteren Rippen.

Am Ende der Verhandlung einigten sich Klägerin und Angeklagter darauf, dass er eine bereits bestehende Geldstrafe von 2000 Euro bezahlt. Damit wurde das Verfahren beendet.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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