Amtsgericht Salzwedel musste sich gestern viele unterschiedliche Versionen des Tathergangs anhören

Schlägerei auf Kindergeburtstag

bg Salzwedel. „Die Taten passierten auf einem Kindergeburtstag. Wenn wir dabei bleiben und für jede Lüge, die wir hier heute gehört haben, einen Luftballon aufblasen würden, wäre der Saal damit voll“, versinnbildlichte Amtsgerichtsdirektor Dr.

Klaus Hüttermann das Verfahren wegen Körperverletzung, das gestern in Salzwedel verhandelt wurde.

Im August 2013 war es bei einem Garagenkomplex in Mellin zu einer Schlägerei gekommen. Ein 37-jähriger Mann musste sich gestern dafür verantworten, dass er dem 36-jährigen Opfer zweimal ins Gesicht geschlagen haben soll. Als der 25-jährige Bruder des Opfers schlichten wollte, habe der Angeklagte auch ihn dort geschlagen.

Im Gericht

Das Opfer, das zur Tatzeit 2,48 Promille Alkohol im Blut hatte, feierte mit Verwandten den Kindergeburtstag seines Sohnes. Der Angeklagte grillte mit Bekannten in der Nähe.

Das Opfer sei auf den Angeklagten zugekommen und habe ihn angesprochen. „Er hat mich provoziert, und ich habe ihm mehrmals gesagt, er solle weggehen“, berichtete der Angeklagte. Schließlich habe er zugeschlagen, woraufhin das Opfer umgefallen und dann auf ihn losgegangen sei und er wiederum zugeschlagen habe. Dabei habe der 36-Jährige eine Platzwunde erlitten, und ihm seien dabei zwei Schneidezähne abgebrochen. Das Opfer selbst konnte sich nicht mehr daran erinnern, ob er zu Boden gefallen war. Dem Bruder des Opfers, der als Nebenkläger auftrat, sei nach einem Schlag ins Gesicht eine Zahnprothese herausgebrochen.

Das Amtsgericht musste sich viele verschiedene Versionen des Tathergangs anhören. Sowohl der Angeklagte als auch die acht Zeugen erzählten allesamt unterschiedliche Geschichten. Auch stimmten die Aussagen vor Gericht nur selten mit den Aussagen überein, die zuvor bei der Polizei gemacht worden waren.

Das Verfahren wurde gegen eine Zahlung in Höhe von 2000 Euro an den Nebenkläger für die Dauer von sechs Monaten vorläufig eingestellt.

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