1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Salzwedel

Dorf bis Stadt wünscht sich Mitfahrbänke für Salzwedel

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Lydia Zahn

Kommentare

bank
Mitfahrbank in der Gemeinde Gartow mit dem Zielort „Höhbeck“. © Privat

Die Fraktion SPD /Dorf bis Stadt wünscht sich für Salzwedel sogenannte Mitfahrbänke. Diese sollen der Umwelt und dem Geldbeutel zugutekommen. Über den dafür verfassten Antrag soll morgen der Bauausschuss entscheiden.

Salzwedel – Einfach, kostenlos und unkompliziert von A nach B kommen. Das soll, wenn es nach der SPD / Land bis Stadt geht, mit einer Mitfahrbank möglich sein. „Trampen mit Haltestelle“, nennt es Fraktions-Vorsitzender Norbert Hundt. Anders als beim Trampen wird nicht der Daumen am Straßenrand ausgestreckt, sondern die Person, die mitgenommen werden möchte, setzt sich ganz einfach auf die Mitfahrbank, wählt eines der verfügbaren Zielschilder aus und wartet. Autofahrer, die auch in diese Richtung wollen, können die Person dann mitnehmen.

Versuche gab es schon im Raum Arendsee

Die Idee, die Mitfahrbänke auch in Salzwedel aufzustellen, sei Mitgliedern der Fraktion beim Reisen gekommen, als sie diese in anderen Orten haben stehen sehen. Und die Resonanz „war positiv“, erklärt Hundt. In der Altmark gebe so etwas noch nicht. In Arendseer Ortsteilen gab es zwar schon Ansätze und Diskussionen zu dem Thema (wir berichteten). Doch bisher kam es nicht zur Umsetzung – die Versuche waren jedes Mal gescheitert.

Für den Anfang müssten es drei Bänke sein, für die „drei großen Linien“. So etwa Richtung Magdeburg, Wolfsburg und Uelzen. Wie hoch die Kosten der Aufstellung für die Stadt dabei wären, konnte der Vorsitzende nicht sagen. Das müsse „ermittelt“ werden. „Aber zu viel kann das nicht sein“, ist er sich sicher. Außerdem habe die Fraktion schon einen Vorschlag, der das Ganze kostengünstiger gestalten würde. „Man könnte ja auch mit der PVGS absprechen, die Bushaltestellen gemeinsam zu nutzen“, erklärt Hundt. Dann müssten nur noch die Schilder aufgestellt werden.

Dabei bleibt die Frage offen, wie die Mitgenommenen zum Beispiel von Uelzen wieder zurück nach Salzwedel kommen. Schließlich sind die Mitfahrbänke in Deutschland noch nicht allzu verbreitet. „Das bleibt demjenigen, der sich mitnehmen lässt, selbst überlassen. Immerhin spart er schon einmal das Geld für die Hinfahrt. Wir wollen nur anbieten, dass diese Möglichkeit besteht“, führt Hundt aus.

Apropos Geld: Ist das denn für den Mitgenommenen kostenlos? „Dass müssen die beiden unter sich ausmachen. Aber eigentlich ist es kostenlos, ja. Gegen eine Spende für den Fahrer spricht aber auch nichts“, sagt Hundt. Er und seine Fraktion würden vor allem den Umweltaspekt bei der Sache sehen. „So müssen nicht immer einzelne Personen mit dem Auto fahren. Das schont ja auch die Umwelt“, betont Hundt.

Außerdem sei der Aufwand gering, wie es im Antrag der SPD / Dorf bis Stadt für die Mitfahrbänke heißt: „Hohe Treibstoffkosten und steigendes Umweltbewusstsein motivieren viele Menschen neue Arten des Reisens zu entdecken. Mit dem Abklingen der Pandemie kann die Stadt Salzwedel mit nur geringem finanziellen und verwaltungstechnischen Aufwand diese Form des Reisens wiederbeleben.“

Verkehrsgarten und Pendlerparkplatz

Die Mitfahrbänke sind aber nicht der einzige Antrag der Fraktion, über den am morgigen Mittwoch, 22. Juni, im Verkehrsausschuss im Kulturhaus ab 18 Uhr abgestimmt wird. Die Fraktion wünscht sich außerdem für die Hansestadt einen Pendlerparkplatz entlang der Bundesstraße. Dort sollen sich Pendler treffen und Fahrgemeinschaften bilden können.

Und auch ein öffentlicher Verkehrsgarten, in dem Heranwachsende und Geflüchtete das Fahrradfahren lernern können, wird gefordert. Sowie die Gründung einer Energiegesellschaft, die Anlagen zur Gewinnung und Speicherung von erneuerbaren Energien baut und betreut. Die Gewinne könnten langfristig in Bildungs- und Sozialeinrichtungen sowie den ÖPNV fließen.

Auch interessant

Kommentare